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Gedichtarchiv - Oktober 1998


Phillip Bruckner: Widmung | Monika Schreiber-Loch: Erschti Liebi | Johann Peter Hebel: Der Schwarzwäler im Breisgau


Widmung
Philipp Brucker


E Rämbä Brot
hilft in dr Not.
E guedi Supp,
E warmi Stubb,
E Broodis no -
Diä mache froh!
E guedr Wiin
Schenkt Sunneschiin.

Was witt no meh?
Sag Dank - un geh!

(In einem Kochbuch)


Erschti Liebi
Monika Schreiber-Loch

De Groß schmuust an mr umme, sait:
"Gell, bisch nit bös, i ha e Freud,
wil ich ab hüt e Fründin ha,
e ganz schön Maidli, d' Claudia!

Si isch erscht vier, het schwarzi Chlugger,
un morn zmittag lad ich si ii.
Machsch Iis un Rahm mit ganz viel Zucker -
i ha si fascht so gern wie di."

"He jo mach ich's. - Ich freu mi scho,
chunnsch au in zwanzig Johre no,
frogsch: Mamme sag, was meinsch du au,
des isch mi Maidli, git's mi Frau?"


Der Schwarzwälder im Breisgau
Johann Peter Hebel

Z'Müllen an der Post,
Tausigsappermost!
Trinkt me nit e guete Wi!
Goht er nit wie Baumöl i,
   z'Müllen an der Post!

Z'Bürglen uf der Höh,
nei, was cha me seh!
O wie wechsle Berg und Tal,
Land und Wasser überal,
   z'Bürglen uf der Höh!

Z'Staufen uffem Märt
hen si, was me gert,
Tanz und Wi un Lustberkeit,
was eim numme 's Herz erfreut,
   z'Staufen uffem Märt!

Z'Friburg in der Stadt
sufer isch's und glatt,
richi Here, Geld und Guet,
Jumpfere wie Milch und Bluet,
   z'Friburg in der Stadt.

Woni gang und stand,
wär's e lustig Land.
Aber zeig mer, was de witt,
numme näumis findi nit,
   in dem schöne Land.

Mine Auge gfallt
Herischried im Wald.
Woni gang, se denki dra,
's chunnt mer nit uf d'Gegnig a
   z'Herischried im Wald.

Imme chleine Huus
wandelt i und us -
gelt, de meinsch, i sagder, wer?
's isch e Sie, es isch kei Er,
   imme chleine Huus.

 

 

 

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