Gottfried Schafbuch: Min Wald |
Johanna Wetzel: Chettereaktion |
Gerhard Jung: Ersatz |
Rosemarie Banholzer: Oktober-Gedanke
Min Wald
Gottfried Schafbuch
Scho Johr un Dag
kumm ech in Wald,
ear ischt min Frind, min liebe.
Mier schtond mitnand uff guetem Fueß,
‘s duet ninnt iis d’ Frindschaft trüebe.
Meng Bomm, wo
jetzt vill Zäpfli treit
und ‘s Harz i ‘s Moos verdruelet,
ha ech, als Butzli, scho guet kännt,
bi um in umme gschtruelet.
Bim Hoozig hätt
ear Dänndli gsetzt,
zum Fescht Girlande gwunde;
im Schtübli i de heil’ge Naacht
i frohi Herze zunde.
Wenn müedi Auge
broche sind
und d’ Seel duet d’ Hoamet finde,
noo giit de Wald zaart Danneriis
zum Dootekränzli binde.
Jetzt ischt min Wald zmool selli krank,
vill Danne drin dont seärbe.
Es garret Säge, .... ‘s kheiet Bämm ....
O Wald, min Wald, du därfscht
und därfscht nitt schteärbe!

Chettereaktion!
Johanna Wetzel
Wenn ich umelueg
bin ich froh,
daß weger viel wo din sin au froh sin.
Denn, wenn me
froh isch, isch me froh,
daß me so froh si cha!
Und bi dem
Frohsi denkt me derno,
me sott eigentlich viel mehr froh si,
no düet me vo inne use wieder so richtig froh werde.
Und über das
Frohwerde,
wer me derno vo Herze froh!

Ersatz
Gerhard Jung
Zum
Schnurechätterli chunnt e Ma:
“Entschuldige si vilmol, aber i ha
do vorne am Ecke dummerwiis mit mim Chaare
ihre Gückel überfahre.
s tuet mer wirklich leid, un i möcht ene jetze
des schöni Tierli halt gern ersetze!”
S Chätter luegt sich de Heumichel a:
“Min Gückel wön si ersetze, Ma?
Mir cha s jo egal si, aber sell sag ene gli:
Mini Hüehner werde mit ihne nit zfride si!”

Oktober-Gedanke
Rosemarie Banholzer
‘s nachdet friener, oktoberkurz sind d’Dag,
i de Knoche reißt’s, daß me nint afange mag,
herbschtglähmt sind sogar manche Gedanke,
im Standpunkt beschleicht om oft Schwanke,
blange noch Sunne schtoht i de Leit ihrem Blick,
wenn de Näbel mol uffriißt, hommer Glick.
D’Feschtumtrieb hond sich velore,
de nei Wi isch halber vergore,
gäele Blätter bicket am Stroßerand,
es leht sich wäng Schwermuet ibers Land,
villicht isch de Winter, wo kunnt, hirt,
me woßt nie, wie’s ibermorn wird,
aber de Kopf hängelo hoßt sich ufgäbe,
und des mache mer it, nie im Läbe.
Us vetrocknete Truube werret feine Zibebe,
wenn’s kalt wird, mummer sich anenand hebe 