Karl Kurrus: Nit dr Red wert |
Heinz Reiff: Wiehnecht |
Liesel Meier-Küchlin: Uf em Heimweg |
Eugen Falk-Breitenbach: Zwei Mücken
Nit dr Red wert
Karl
Kurrus
Nit dr Red wert:
e Kind,
e Stall. -
Armi Schlucker git s iberall.
Wu s herkunnt, des Kind,
wer s isch,
was es sott.
Des isch s,
wu-n-i wisse wott!
-- --
Jesis-Gott!

Wiehnecht
Heinz
Reiff
Wiehnecht -
isch’s ächscht dr glitzerigi Schnee,
sind’s d’Liechterchettene durab
dur d’Stadt, so wytt i numme seh?
Isch’s ächscht dr Karpfen uf em Tisch,
oder doch ehnder no dr Baum
deheim, wo voll mit Cherzen isch?
Isch’s öbbe dr Posaunechor,
sind’s d’Chilleglogge in dr Nacht,
dr Tannezwiig am Gartetor?
Isch Wiehnecht ächscht, will’s Gschenkli git
un alles lüüchtet, was me siht?
(Un was nit lüüchtet, siht me nit!)
Isch Wiehnecht öbbe d’Wiehnechtsgschicht
vom Lukas zwei, wo im Vers zäh
dr Engel sait: “Fürchtet Euch nicht!”?
Froog ein, wo
ganz elleinig isch
un arm un voller Preschte hangt
un eineweg uf d’Wiehnecht plangt
un dankt un froh isch, wenn de gisch.
Froog ihn, er weiss, was d’Wiehnecht isch.

Ufem Heimweg !
Liesel Meier-Küchlin
S neigebore Chind,
d Jugend im Übermuet,
die junge Brutlitt am Traualtar,
dr Mann im beste Alter mit viel Erfolg,
e Wältreisende, wu alles erforsche will,
dr Astronaut ufem Mond,
dr alti Bur uf sim Acker, wu sich uf d Haue stützt
un luegt ins witi Land,
un sälli Großmueter, wu ufem Bänkli sitzt im
Obeschiin -
alli, alli sin si ufem Heimweg !

Zwei Mücken
Eugen
Falk-Breitenbach
E Schpinnli
ziegt de Faade uf,
Am Fänschterkriz bim Gätter.
Es het’s gar iilig druf un druf,
Des goht wie ‘s Haidewätter.
Aimool ruf, noo wiider num,
Naheer raa, noo wiider rum,
Zwaimool hii un zwaimool heer.
Dreimool kriz un dreimool queer.
Gugg emool, wie’s ‘s Fießli netzt
Un am Eck de Faade setzt,
Gschwind mit siire klaine Hand
Gliichlig alli Fäde schpannt.
Pinkli gnau, mr glaubt’s schier nit,
Jeedes Määß im gliiche Schritt.
Un die Fääde, faine, dinne,
Was liigt doo fir e Kunschtwerk drinne.
Wie’s jetz schpringt derd nii ins Eck!
Wases numme z’ luege het?
Wie’s duet luure un duet gugge,
“Pauftra!” hocke schu zwai Mucke;
Ains, zwai, drei, kunnt’s Schpinnli gschprunge
Un het si glii in d’ Fääde gschpunne.
Soo isch’s rächt. Wurum häner Schtritt,
Alles kunnt zue siire Zit.
Bi uns, doo isches gnau e soo,
Wie bi sälle Mucke.
Kainer gunnt am andre Guet’s,
Mr dien enander drucke.
Schiind emool bi ainem d’ Sunne,
Duet’s de ander glii vergunne.
Loß si z’friide, loß si gange,
Es git halt guet un bääse Lit.
‘s Schicksal wurd si au mool fange,
Alles kunnt zue sinere Zit.
Duet di ainer plooge, drucke,
Denk an sälli baide Mucke.
