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Gedichtarchiv -  Januar 2000


Christa Kopf: Di gröschti Bitt | Roland Hofmaier: Lotto Gwinn | Hans Flügel: D Brocke | Helmut Heizmann: S wär schad


Di gröschti Bitt
Christa Kopf

 De Vatter frogt de Bue:
“Was hättsch denn gern?
Was ka i dir denn kaufe?”
De Bue, der überlegt un fangt a umelaufe.

E Wili druff, do sait er no:
“G’nueg zum Spiele han i jo,
d’ Schublade un Käschte quelle über,
do wär mir ebbis anders lieber!”

De Vadder denkt, was könnt des si,
was des Buebli gern hätt.
“Kumm, sag’s mer doch, sei so nett.”
De druckt un gluckst drarum.
“Jetzt sag’s”, sait de Vadder, “kumm!”

“S koscht kei Geld, de kasch’s nit kaufe,
bruchsch au nit in e Lade laufe.
‘S isch nit noh un au nit wit,
‘s isch nur e Bitzli Zit!

I möcht mol mit dir spiele, lache,
eifach mol dummi Sache mache,
viellicht mol übers Bächle springe,
au mol e Lumpeliedli singe.

Am Bode liege un uff dir ritte,
so wi in frühere Kinderzitte.
Uffrume, lehre, esse,
des wott i alles mol vergesse.
Eifach, un sell wär mi gröschti Bitt:
Schenk mir e bitzli vu dienere Zit,
sunscht wott i eigentlich nit!”


Lotto - Gwinn  (Lied)
Roland Hofmaier

 Jede Fritig Nomittag mach i mi Zettel zweg,
chrützle mini Zahle druff, un mach mi uff dr Weg.
Zue mim Lottogschäftli dure, ‘s hängt e Fähnli an dr Wand, 
dört tuen i schnell ine sure, zweimarkzwanzig in dr Hand.

Un i denk bi mir ganz still, ‘s wär bstimmt nit übertribe,
wenn i endlig au mol gwinnt; suscht loß i‘s bal bliibe;
die Wuche mueß es eifach klappe, i wart scho lang uff sex . . .
Richtigi im Lotto, i bi scho ganz perplex.

I mießt nümm go schaffe goh, wenn i e Sexer hät,
un i denk mr mängmol us, was i do alles tät:
Z’erscht gieng i emol go reise un zwar mindistens so lang, 
bis i mir dorüber klar wär, was i mit em Geld afang.

Doch am Samstig-Zobe no, wenn i die Zahle sih, 
wo si dört im Fernseh ziehn, isch alles wider hi;
mini Träum mueß i begrabe, aber bloß e Wuche lang,
bis i am näxschte Fritig-Zobe zue mim Lottogschäftli gang.


D Brocke
Hans Flügel

Wenn umeluegesch und zmol siehsch,
wa d alls für Brocke mit dr ziehsch,
no bliib e Wiile rüebig stoh
und überleg dr, wie solls wiitergoh.

Du kasch probiere, sie z verdrucke
oder sie uf d Siite z’schucke.
Du kasch au d Auge schlüße,
wenn de witt un so due, als siehsch sie it.

Du kasch uf ihne umekaue,
sie näe und krüzwiis z’sammehaue.
Du kasch noch dene Brocke trete,
sie verflueche oder bete.

Doch wa d am End au immer duesch,
gib Sorg, daß sie it trage muesch.


S wär schad
Helmut Heizmann

Jetzt geht si los, die Nodlerei;
de Baum isch dirr, het usgedient.
I sag mer bloß - so nebebei - :
Mach us dem G’schirr ebs, wasem ziemt.

Er het uns Fraid g’macht, un ‘s wär schad,
mer dät ne grad so zämmesäge.
Mir käm des vor, als wär mer’m grad
gar nit dankbar desderwege.

Do kummt mer schu d’ richtig Idee:
Im nägschde Friehjohr setz’sch Tomate.
Die wachse sicher gern in d’ Höh am Tannebaum
- mittle im Gaarde.

D’ Äscht eweg mit Säg un Axt;
de Stamm isch kerzegrad.
I sieh schu, wie’s vu unde wachst
un schmeck schu d’ erschd Tomat.

 

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