Bruno Epple: Lebensrätsel |
Paula Hollenweger: Heiliges
Licht |
Karl Kurrus: Brisach am Rhin |
Helmut Heizmann: D’ viert Kerz
Lebensrätsel
Bruno
Epple
wer woß
wenn graduus gohsch
ob it
drumrum laufsch um sell
wo de suechsch
ob it
wenns zwelfe schleet
fir di
du dett stohsch
wo d aagfane hosch
mit läbe und laufe
und stohsch dett
stohsch
wie standeblibe
un gucksch
ob it
oder doch.

Heiliges Licht
Paula
Hollenweger
Flocke falle
liicht un wiiß,
alles glänzt voll Schnee un Iis,
Bach un Dach un wun i gang,
Äcker, Mattfeld, Rebehang.
Rueihg un leer
lit Wald un Feld,
wie im Traum in dunkt eim d Welt.
Do chunnt, nümmschs fast nit in acht,
still un liis die heiligi Nacht.
In dem Gheimnis
alles ahnt,
aß neu Liecht der Weg sich bahnt,
stark hebt es au di voll Chraft
us der dunkle Winterhaft.
Heilig Liecht
bricht us der Nacht,
füllt üs d Welt mit siinre Pracht,
hellt mit siinre Himmelsmacht
Not un Tod un Erdenacht.

Brisach am Rhin
Karl
Kurrus
Brisach am Rhin
–
s wird schwer eim der Sinn,
verzellsch is vu Zite
voll Kriaga un Stritte.
S hän Kaiser un
Firste
probiart ihri Gliste.
In Kämpf hän dia Große
fast s Liacht dir üsblose.
Im Rhinstrom
bisch gstande,
wu Schwachi mian strande
hesch trei, wia der Eckhart,
dich bhaüptet un üsgharrt.
Zuam Dank isch
dir blibe,
was Kunst dir verschribe.
Di Minster zeigt prächtig,
was zitlos blit mächtig.
Üs Trimmer
gebore
hesch Nochberschaft gschwore.
Di ehrligi Sach:
Fir d Völker ei Dach!
Alt-Brisach am
Rhin,
dii Beispil het Sinn!
Halt fridligi Wach,
Jung-Brisach!

D’ viert Kerz
Helmut Heizmann
Uffem griene
Kranz
`s erschde Kerzli brennt.
Des verbreidet Glanz –
warm wurd’s eim amend.
Bald isches
sowit –
’Zit vergeht so schnell,
na brennt `s zweit un `s dritt’
au wie `s erschd’ so hell.
Brenne endlig
vier –
s Warde het e End;
`s Christkind vor de Diir –
un des no im Advent.
Wenn des zämmefallt
- jetz mach i e Scherz,
doch so isches halt –
spart mer glatt e Kerz’!
