Rosemarie Banholzer: Hembglonckereie |
Werner Ohm: Schneeglöckli |
Alois Burger: Die gestörte Predigt
| Karl Kurrus: Fasnetfraid
Hembglonkereie
Rosemarie
Banholzer (Bodensee)
Als Hembglonker
schlurf i am Morge is Bad,
vubei isch de Fedreball – wie isch des schad!
I ka’s kum vewarte, bis d’Nacht wieder kunnt,
im Nachthemb, do bin i so schä kugelrund.
Am liebschde dät i des Hemed nie rab,
drum freit mi au soo desell onzig Dag,
wo d’Leit mitem Nachthemb uf d’Stroße gond
und ihrene Hembzipfel pfludere lond.
Am Schmotzige
Dunschdig, wenn’s Obed isch,
do hebt’s ko Mäschgerle hinderem Disch.
Mit Suublotere, Fackle und Deckel us Blech
glonkered sämtliche Frichtle frech
im Schlepptau vu Großkopfete durch’s Revier,
dond „Ho Narro“ schreie, bis se heiser sind schier.
Im Nachthemb, do isch me so abtudeet,
me kunnt sich it vor, as wär me bled,
weil allewil hinter de Mode herhinksch
und Maße hosch wie e ägyptische Sphinx.
Nachthemedmacher
hond Konjunktur,
wenn’s Glonkervolk goht uf Hemed-Schau-Tour.
Mit Borte und Spitze und Biese und Schlitz,
kasch Hemeder senne fir d’Kälte und d’Hitz.
I pfeif uf de Pierrot, i pfeif uf de Vämp,
es glonkert sich hundertmol schänner im Hemb.
Kunnt onner
deher, wo’s ite veschtoht
und grätige Hämmer zum Muul useloht,
denn klepft merm sin Griesgram rus usem Hirn
und zieght em e Zipfelkapp iber sei Stirn.
Des alles ka me als Hembglonker mache,
am Schmotzige Dunschdig und so, daß d’Leit lache.
Wenn onner sich ufregt und hot kon Humor,
no stell i mer’n eifach im Nachthemed vor.

I lueg als, wenn
s Februar wird, gli in die Gärte,
öb d Schneeglöckli güggele füre,
denn s isch an dr Zit, cha s au Friehlig nit werde –
dr Vorfriehlig stoht vor dr Düre.
S isch disjohr
wie allewil Februar worde,
doch isch es viil chelter wie sunsch;
e Winter mit Schnee un mit Iis wie im Norde,
für d Chinder so richtig noch Wunsch.
Drum han i mer
denkt gha, s chönn disjohr nit klappe,
un d Schneeglöckli blibte no din,
solang us em Norde die Wintergaschtgrabbe
in d Heimet nit zruckgfloge sin.
So han i,
wo-n-ich bi am Garte lang gloffe,
dr gforeni Bode dört bschaut,
ha überegüggelet, ohni groß z hoffe,
un ha mine Auge nit traut!
Do sin si scho
gsi, sälli Schneeglöcklispitzli,
als hätti s nit Froscht gee un Iis;
un obedra han i s scho wiß gseh ne bizzli –
het s nit au scho glütte ganz liis?
Jetz nimm en nümm ernscht, sälle bsunders streng
Winter;
die Schneeglöckli mache mer Muet,
un sind mer nit bös wegem Schnee, liebi Chinder,
i weiß jo, wie guet er euch duet!

S’isch wieder
Sunntig und de Bruuch,
daß mr i d’Kirche goht.
Der Hirschewirt leit si g’schnell aa.
Nu d’Roßknecht kämmet z’spot.
S’isch wieder
zwölfi gsi hit nacht.
Die Kaibe händ wie zecht!
Am Samschtig händ halt ammet gern
die Gäscht am Fidle Pecht.
So hät de
Hirschewirt no Schlof.
Doch denkt er, ’s wurd scho goh.
E Predigt isch für müedi Wirt
zum Vorrotschlofe doo.
Kum, daß de
Pfarr zum Sitze winkt –
und alles hocket ab,
schloft üsern Hirschewirt au scho
und schnarcht – und nit so knapp.
Er sägt ’m Pfarr
e Loch in d’Red.
All’s lost dem Pfuser zue.
De Pfarr ischt drob nit schlecht erbost
und fangt aa fürchtig z’tue.
Er schilt und schilt und haut derzue
uf d’Kanzle here schwer.
Do springt de Hirschewirt z’mol uf
und rieft: „Wa, wer hät leer?“

Fasnetfraid
Karl Kurrus
(Kaiserstuhl)
Jetz isch s so
wit, hit z Obe kunnt er,
er grobslet üs em Brunne rüs!
Der Jockili un s Fasnetplunder
sin s Wichtigst jetz im ganze Hüs.
D Hemklunker
tian dur s Städtli ziage,
si leichte Duckelmüser heim.
Ihr liabi Lit, do nutzt kei liage,
im Narr ghert s Recht – si sage s eim!
Isch seller üs
em Brunne gstiege,
dno schellt s un gumbet s wit un breit.
Loß d Arbet un loß d Sorge lige,
nutz jetze herzhaft d Fasnetfraid!
Der Jokili
regiart sechs Tägli;
fir s Narrevolk isch s wenig gnua.
Mer lacht un tanzt, verrenkt sich s Mägli;
am beste nimmsch noch d Nacht derzua.
Kumm, Jokili! Dr bisch im Städtli
e hochwillkummne Gast;
an die hängt s Narreherz mit Spättli;
vor lüter Fraid verrißt s eim fast
