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Gedichtarchiv -  Mai 2001


Manfred Bosch: Nind wie schaffe | Erna Jansen: Muetter sii | Hildegard Weber: Ohni Gränze | Erich Arnold Huber: Gedichtlischriwer


Nind wie schaffe
Manfred Bosch

Nind wie schaffe
die ganz Ziit
kumm me fahret furt
leischtet uns au
emol ebbs
damaer wider wisset
wa lebe heisst.

Herrgott isch dees
Ziig teier
S Geld isch furt
un wa hommer ghet?
Kumm me fahret
wider homm
daß d Miete rentiert


Muetter sii
Erna Jansen

Muetter sii, des chasch it lehre,
Muetter des duesch eifach were.
Isch di erscht Chind gebore,
denn bisch au du Muetter wore.

E Muetter, die lieb hät, vezichtet, wacht,
die do isch für die Chinder Tag un Nacht,
die it nu immer a sich selber denkt,
die zruckstellt Beruef, Karrier un Geld.

Nur bscheide emol Husfrau duet sii,
wo Chinder sin Inhalt un Sunne-Schii.
Viel Sunneschii ischs was s Herz begehrt,
un macht des Lebe lebenswert.


Ohni Gränze
Hildegard Weber

Gränzelos kasch wandere,
mit diene Gedanke
kunsch iberall hi,
in dr Fantasie.
Dr kasch bis zue de Wolke fliage,
nu mitem Wind umenanderziage.
B’suechsch au dr Mann im Mond,
un luegsch wia er wohnt,
un was er alles schafft,
wänn mir schlofe z’Nacht.

Luegsch wu dr Wäg in Himmel goht,
un wu dr Paradiesgarte schtoht.
Un ebb dr Ängel mit sim Schwert,
is immmer no dr Igang verwehrt.
Wänn dr g’nueg g’säh hesch,
no gohsch wieder heim.
Hämmer scho kei Paradies,
so hämmer doch Blueme un Baim.


Gedichtlischriwer
Erich Arnold Huber

Wer wurd noch Gedichtli schriwe,
sonigi mit Sinn un Reim?
Der isch sicher hocke bliwe
un het s Holz nit alles dheim.

Wer wurd noch Gedichtli lese
un verstoh noch owedri?
Der isch mol bim Zitverlese
allweg bißli z langsam gsi.

So murrt s Kächlischärrers Peter
un s het Geltung, was er sait;
denn als Stadtrat kennt ne jeder,
ja, der Peter isch halt gscheit.

Iwerzwerch sin so Poete,
si vertrottle bloß ihr Zit;
Reimerei bringt kei Monete,
un die sin doch s wichtigst hit.

So ne Hungerliderlewe
jumert eim – un gar am End
sollsch si noch in Himmel hewe!
Isch so ein nit hirnverbrennt?

Rechti Ärwet sott mer dene
Traimer gäh in ihri Händ,
daß si s Brotverdiene kenne,
Heidegiggelsakrament!

Doch so Gschichtli were glese,
un d Gedichtli were druckt;
bringt s au kei Diät un Spese,
d Hauptsach isch, si were gschluckt.

Un wie s Kächlischärrers Peter
git s im Ländli meh as witt;
wie der Peter schnuddelt jeder –
Ochse lese Versli nit.

 

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