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Gedichtarchiv -  September 2002


Hans Flügel: Umweltverschmutzung | Werner Ohm: E Müsli | Otto Meyer: Tribelweiger | Helmut Heizmann: De Messebsuech


Umweltverschmutzung
Hans Flügel (Singen)

De Wald ischt au mir
und e bitzele dir,
und selle Büchse vum Bier,
die lond mir schtoh,
sie wared nämlig letscht Woche scho do. 

Sell Bächle dürt dibe,
s ischt it übertribe,
des ischt au mir
und e bitzele dir,
und die Büchse vum Bier
dürt wiiter hinne,
die lond mir dinne.

Die hät so e Sau,
ich wosses genau,
nu ha ich nünt gseit,
scho vorig Monet in Bach inekeit.

Kom Mensch kasch meh traue,
alls mond si vesaue
und dänn au no wie;
simmer froh, daß mir it so sind wie die.


E Müsli
Werner Ohm (Weil a. Rh.)

Es hän sich ame Nomiddag
e baar Kollege troffe
un hän mitnander Schlag uf Schlag
drufane einer gsoffe. 

Un zobe sin si au nit heim
zue ihre Fraue esse;
in some Fall bassirt das eim;
do cha me das vergesse. 

Spot in dr Nacht erscht fallt s ’ne i,
sich uf de Heimweg z mache.
Ein sait: „I wott e Müsli sii!“ –
Die andere mien lache. 

Si froge-n-en, die liebe Lüt,
wie s mit em Müsli gmeint sig. –
Är sait: „Mi Frau förcht sich vor nüt,
do isch e Müsli s einzig!“


Tribelweiger
Meyer, Otto, (Endingen a.K.)

D Nebelschwade kumme schtärker,
am morge-friah isch’s viemol so –
allewil merkt mr des ärger:
s goht nimmi lang – dr Herbscht isch do! 

Jetz hofft mr frilig s Bescht fir d Rebe,
e gattig Schpotjohr wär nit schlecht,
viellicht goht aü nit meh drnebe,
no wird dr Herbscht scho wieder recht. 

Si hän’s no netig do un dert:
d Tribel sotte weige!
Teilwis sin si no ’weng hert –
Kei Angscht . . . ’s wird sich bal zeige! 

Mr frait sich ab dr Sunnegluat
un kann sich nit beklage;
des Wetter isch fir d Tribel guat –
si kenne’s no v’rtrage!


De Messebsuech
Heizmann, Helmut (Gengenbach, OG)

I war uf de Mess-
nit wil i ebs bruch,
au nit wegem Streß-
nit wil i ebs suech; 

mol nur so, zum Gugge,
i loß mer do Zit.
Bim Schiebe un Drucke
triffsch ase viel Lit. 

Was isch denn hit los,
gits ebs umesunscht?
Die schiebe mi blos-
ebbis z’ sähn wär e Kunscht. 

I rett mi ins Bierzelt,
find au glich e Platz,
hätt gern glich e Bier b’stellt-
doch alles fir d’ Katz. 

„Sie miin erschd do dribbe
e Bong hole gehn,
fir den wird do hibbe
dann ’s Bier usgähn.“ 

Was, nomol zwei Schlange,
des verläb i nit,
na bin i halt gange;
des wars dann fir hit.

 

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