Martin Grüninger: Dito |
Ingeborg Schütze-Denz: Liebi oder Hass
| Hildegard Weber: Umesunscht |
Heis-Demmer: D Burgermeischt’rwahl
| Otto Meyer: Kurz drvor !
Dito
Martin
Grüninger (Klettgau/Hochrhein)
Es wohnet neimen
uf em Wald
Zwo Chrömerslüt, sind brav und alt,
Si händ sich redli dure gschlage;
Wa gschieht in ihre alte Tage?
Vu Basel händ se
Ware gha,
Ufs Neujohr chunnt die Rechnig a.
“En Kaffeesack macht Gulde zwanzig,
Und no ein dito: Gulde zwanzig.”
Do schmälet’s
Wib und schilt de Ma:
“En ‚Dito’ hämmer doch nit gha.
Des lömmer üs no lang nit biete,
Wa d’Basler Herre wönd gebiete!”
Und uf und furt
und Basel zue!
Der alte Ma lauft wie en Bue
Und brummlet no uf Stroß und Wege:
“De Basler Herre will i’s säge!”
Am Obed chunnt
er wieder hei.
“Wa händ si gsait?” frogt d’Frau Marei.
“Si hämmi dütli blehrt – wa witt no? –
Ich sig en Esel und du dito!”

Liebi oder Hass
Ingeborg
Schütze-Denz (Lörrach)
Worum git’s
Mensche wo sich hasse,
worum git’s Stritt uf dere Welt?
Worum chämpft ächscht die breiti Masse
numme no ums schnödi Geld?
Git’s donide
keini Freude,
wo eim ’s Herz e bitzli wärmt?
Tüen mer d’Liebi denn vergeude,
wemmer liebt – für öbber schwärmt?
D’Liebi, die
isch nie verlore,
un chunnt au nit glii öbbis zruck.
’s cha sii, ass d’Liebi erscht no Johre
zuem andre fiehrt – grad wiene bruck.

Umesunscht
Hildegard
Weber (March/Breisgau)
S git nit
umesunscht uff dr Welt.
Fir alles muesch zahle,
nit nume mit Geld.
Wia Mänge setzt si Läbe i,
will ehm ebbis schient
b’sunders koschtbar z’ sieh.
Un wänn er ’s drno het gwunne,
het er si mängmol anderscht bsunne.
S isch nit des,
was er het welle,
un was er drfir zahlt het,
traut er si gar nit z’ verzelle.
Fir nit het er si plogt,
s Glick het ehm nit glacht.
Isch Erfahrung denn nit?
Lueg was dr drus machsch,
un dänk in Zuekunft immer dra,
ganz umesunscht,
isch au d Erfahrig nit z’ ha.

D
Burgermeischt’rwahl
Meta
Heis-Demmer (Lahr)
Wähle, wähle,
liäwi Lit,
Burgermeischt’rwahl isch hit.
Jedi Schtimm het hit ihr G’wicht. –
Wähle isch e Birg’rpflicht.
Wähle ein’r,
wähle ein,
ein’r us dr eig’ne Gmein.
Wähle ein’r mit Verstand,
ein’r mit-re starke Hand.
Wähle ein’r
mit-me G’schpier
fir s Degege – fir s Defir.
Wähle, wähle liäwi Lit,
Burgermeischt’rwahl isch hit.

Kurz drvor!
Otto
Meyer (Kaiserstuhl)
Alli Johr, do goht's "drgege",
d Fasnet meint mr mit dem Schpruch;
jetz heißt's dr Endschpurt anilege-
mr sin scho in dr letschte Wuch!
Di greschte Fiirtig schtehn bevor,
die muaß mr eifach halte -
do sin drbi mit Hüt un Hoor
di Junge wie di Alte!
D Fasnetszit, die gfallt doch alle -
im Häs, im Frack un mit Krawättli;
uf dr Schtroß un in dr Halle -
e farbig Bild in Dorf un Schtädtli!
NomoI gherig Narretei,
jinger kunnt mr nit drzua;
am Äschermittwuch isch's vrbei -
un schliaßlig het mr dno aü gnua!
