Theresia Schneider-Auer: Voneme
Voliebte | Inge Tenz: Schmetterling
| Eduard Weber: De August |
Philipp Brucker: Summerdag
Vomene Voliebte
Theresia Maria Schneider-Auer
Schtand i au
elaa im Gärtli
vosonne wiit i d Färni lueg
siehts so uus als hett ich nirmerd
hett vo dir und allne gnueg.
Siehni doh e
glitzrigs Tröpfli
uffem Blüemli simm helle Chöpfli
siehni d Wolke obbe zieh
glaub mir, daß ich dich au sieh.
Alles Große, alles Chliine
alles Schöne, alles Fiine
alles wani siieh vor mir
isch en Seelehuuch vo dir.

Grad bisch no uf
dr Blüete ghockt
jetz schwingsch di frei in d Höchi
im Ruusch vo soviil Blüeteduft
schwebsch wie ne Traum us Liecht un Luft
i cha di tanze
seh
do sait mii
Zauberfee
“mach d Auge zue
un chumm in d Rueh“
un viili, viili
Schmetterling
spür i im Buuch – i lach un sing
isch s Lebe
schön
wenn me verstoht
um was es goht

Hitz un Blitz un
Hagelschlag,
Ferie, viil freiji Tag.
Wandere im Alpeland,
im Hügelland, im flache Land.
Städt agucke un Musee,
bade in de warme See,
schwimme au im Meer, am Strand
au rum lige ful im Sand.
Au in fremdi Länder fliege
zum Witerbilde, zum Vergnüege.
In Ostsee oder Mittelmeer
mit’m Dampfer kriz un quer.
Oder uf des alles Pfiife,
nooch’m Billigere griife,
deheim rum oder au nit wit
devu verbringe d’Feriezit.
Ghört mer nit grad zu de Kranke
sin’s die un ähnlichi Gedanke
wo mer hät, wenn vum August
d’Red isch un vu Freizitlust.
Eins
sei jetz allerdings au gsait,
de August hät viil Ähnlichkeit
mit’m Juli un’s glich Bild
für der un für de ander gilt.
De Name – wie in andere Länder –
stammt vum altrömische Kalender.
I möchte fast sage, mit August
hät mer uns dezwischepfuscht.
Schließlich sait e Kaisertitel
nix vu dem, was im zweite Drittel
vum Johr, im achte Monet vor sich goht
wenn d’Sunn schu nimmi ganz hoch stoht.
Anderst wär’s, me hett festghalte
an de Näme wo di Alte
verwendet hän. Naturverbunde
hän si immer ’s Richtig gfunde.
„Weidemonat“, des hät gsait
d’Matte überal sin gma(h)it,
was jetz noochwachst loßt mer’s Vih
abweide bis in’s Spotjohr nii.
„Erntemonat“ für August
hat mer au gsait. Last un Lust,
viil Schinderei bis sälli schwere
Garbe mit de volle Ähre
versorgt gsi sin un unterem Dach.
Un „Gott sei Dank“ wenn sälli Sach,
wenn au mit viil Mü(h)i verbunde,
hät e guete Abschluß gfunde.
Urlaub, Erholung nuch debii?
Nei, so isch’s nit immer gsi!

Bi
’s Apethekers bliäht dr Oleander.
Dr Schatte
wandert iwr d’ Sunneuhr.
Am Kirchturm jage d Schwalwe-n-umenander,
Un Du verliersch am Himmel ihri Spur.
Am Rothuusplatz
duen d’ alde Hiisli pfuuse,
Un sellr goldig Löb im Wirtshuusschild
Kann d’ Katz, wo drunte rumschlicht, nit vergnuuse,
Will selli meh isch wiä-n-e iisers Bild.
Dr Brunne
babbelt vor sich hin selbander
Un luegt im Sandsteintrog sich selwer zue.
Bi ’s Apethekers bliäht dr Oleander –
Un nit e Schnuufer knubbt diä Middagsrueh.
