Manfred Bosch: I denk manchmool |
Liesel Meier: Spargle esse |
Herrmann Landerer: Moorauchle |
Elfriede Bürkle: Dr April
I denk manchmool
Manfred Bosch (Hegau/Bodensee)
I denk manchmool
wa dät au
mei Muetter sage
wenns nomool käm
un dät des säe
wa dät au
die sage
dia auto
där rumml
diä haufe leit
diä unrue
diä demonschdrazione
ja sinder denn
ganz verruckt
dät se sage
i heer se grad

Spargle esse
Liesel Meier [s „Breiti-Lieseli“] (Markgräflerland)
Jede Früehling ischs so wit,
z mols isch wiider Sparglezit,
d Königin vo allem Gmües,
verlockend, chöstlich, ganz liicht süeß!“
Als „Delikatesse“ wohl bekannt,
bi alle Wirtslüt rings im Land,
begegnisch dem uf Schritt un Tritt:
„Liebi Gäst, s git Spargle hüt!“
Als Chind het mes jo gar nit gchennt,
die wachse nit in unsem Gländ.
D Mueter sait, mir bruuches nit
s gits numme für die riiche Lüt!
Hüt isch alles anderst worde,
Spargle kriegsch jetz, aller Sorte.
Do liige si au uf mim Teller
un mi Herzschlag goht scho schneller.
Denn ei Frog, die isch mer wichtig:
„Wie isst me denn die Spargle richtig?
Gohsch vo hinte oder vorne dra?“
Die Chöpfli lache eim so aa!
Loßt me s über d Gable rutsche?
Oder tueschs wie Guzzli lutsche?
Höllequale mueß i liide!
“Darf mes mit em Messer schniide?”
Das isch villicht jo so ne Dings,
ich schiil no rechts, i schiil no links,
un zmols merk i mit Bedacht,
aß es Jedes anderst macht!!
Jetz bini nümmi so verschreckt,
d Hauptsach isch denk, aß es schmeckt!
Liebi Lüt, s isch Spargelzitt
Ich wünsch Euch: „Guete Appetit“!!

Moorauchle ( =
Morcheln)
Hermann Landerer (Kaiserstuhl)
Im April an Rääge-Dääg
Wänn d Schnägge Hochzidd mache,
Mach ai ich mich uf dr Wääg –
Moorauchle waißi ame Schdääg,
Un diä muaß mi Aldi bache!
Dr Bode dampft wiä bache Brot,
Am alde Wässrgrabe –
Dr Bogg am Wäldeli zeigt rot,
Viellicht, wer weiß, isch er bal doot,
Un ich dänk nur ans Labe!
Moorauchle sin arg delikaat,
Sin sie in Eier bache!
Mi Aldi weiß do guate Raat:
Zwei un ein – un in dr Taat;
So, un nit anderscht muaß mrs mache!

Dr April
Elfriede Bürkle (Ortenau)
Alle rede üwers Wetter,
jo, isch halt April,
es heißt jo von jeher,
dr April macht, was er will.
Eimol macht er warm, plötzlich widder kalt,
loßt Donner üwer dr kahle Wald,
zeigt Sunneschien mit alle Posse,
d nächscht Minut duat er rägne losse.
Froscht un Schnee isch au debie,
loßt Hagel schnell mol zwischenie,
macht finschter, ball druff widder hell,
er isch e rauer, launischer Gsell.
Manchmol fegt er stürmisch durchs Land,
rießt dr Litt dr Schirm ußter Hand,
dr April isch gar nit nett,
doch was dr Mensch sait, kimmert ihn nit.
Er het halt si eienes Schema,
für ihn isch Wetter gar kei Thema,
er tobt sich uß, er macht, was er will,
wärs anderscht, wärs kei April.
