Rosemarie Banholzer: De Schtubehocker
| Christa Heimann-Buß: Wintertag |
Otto Meyer: Winterfraid |
Alfred Siefert: D’r erscht Buä
De Schtubehocker
Rosemarie
Banholzer
En Schtubehocker
isch en Mensch,
wo all i sinere Schtube hockt,
und wenn de so on länger kennsch,
no wosch, daß dem sei Psyche bockt.
Er hockt am
Morge, z’Middag, z’Obed
all vorem Fernsehapparat,
wird vu Veschtopfung dauernd ploget,
weiler sich kum bewege mag.
Er triebt
fanatisch Sesselsport,
de Bescht im Guck-Hock-Marathon,
reist i die fernschte Länder furt
per Landkart oder Delefon.
Wenn sich’s mol
it vemeide loht
äbs Eßbars sich zum Hole,
er grätig uf sei Haxe schtoht,
sich gschnell is Auto z’rolle.
Kum isch
erledigt s Eikaufgschäft
velagert sich de Hock
in Sessel z’ruck, und denn is Nescht,
im Ohr de Walkman-Rock.
So Schtubehocker
sind vefluecht,
weil bi dem Dauer-Hock
vegesset d’Füeß, zu wa mes bruucht,
denn gond se z’letscht am Schtock.

Wintertag
Christa
Heimann-Buß
Jerenei duet des
jetz batte.
S lit uf alle Gartelatte,
schneit uf Bäum un Dächer druf –
un hört allwil nonit uf.
Siehsch kei Weg me,
keini Stroße
un de Wind duet allno bloose.
Wiißi Schwade weihjt er hi
un ’s schiint nonit fertig z’si.
S Vogelhus mit
dicker Chappe
Un drumumme Chatzedappe.
S bigt un bigt die Flockepracht,
daß de Chinder ’s Herzli lacht.
Dinn am warme
Chachelofe,
duet de alte Ätti schlofe,
denn bi some Huffe Schnee
macht em halt si Rheuma weh.
Lit no gnueg vom
wiiße Plunder
schiint is d’Sunne – un Potzdunder –
jetze strahlt die Winterwelt
schöner no wie Gold un Geld.
Schöner no wie Märchengschichte;
also due de Schlitte richte,
denn het’s gnueg vom Schnee verstreut
lacht is echti Winterfreud!

Winterfraid
Otto
Meyer
Git’s im Winter
großi Flocke –
un bsunders wenn si liegeblibe,
kenne d Burscht uf d Schlitte hocke,
sich üßergwehnlig d Zit v’rtribe.
Am-e Rainli, noch
so klei,
nutzt mr jedes Fläckli;
do isch Lebe un e Gschrei –
gsundi Luft macht roti Bäckli!
Bi uns, do het’s jo
scheni Buckel,
do fahrt mr Schlitte ohni Gfohr;
des wisse Großi un aü Zwuckel –
bloß fehlt dr Schnee in mänkem Johr!
So wia
friahjer ... – sait mr hit –
wu sin selli Winter?
Niames weißt
an was es lit –
kunnt mr noch drhinter?
Bi uns, mr kanns jo ehrlig sage,
do git’s halt meischtens nur e Dreck;
s goht gar nit lang, des isch z’beklage,
no isch dr Schnee scho wieder weg!.

D’r erscht Buä
Alfred
Siefert
(Ortenau)
Ä Kinderfreund het
Hochzitt g’macht
Un het nit anderscht denkt
Als daß ’m ’s Glück im Eh’stand lacht
Un ’m ä Büäwli schenkt.
So het ’r denkt;
doch alli Johr
Het’s ’m ä Maidli b’scheert –
So ebbis kommt in mänchem vor,
Wu nurr ä Buä begehrt,
Doch inn’re kalte
Winternaacht
Do het sich’s Blättli g’wendt.
Was het’m des Vergnügä g’macht . . .
R het sich nimmi kennt.
No setzt ’r de
Zylinder uff
Un rennt im Stadtli zuä
Un brüällt an allä Hüsrä nuff:
Ä Buä! Ä Buä! Ä Buä!
