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Gedichtarchiv -  Mai 2006


Baumann: Grüene Rase | Ängeli Bängeli: I ha dii liieb, ii maag dii | Bernhard Goldschmidt: Narbe | In Lohr durchs Johr: S Frilingskonzert


Grüene Rase (Limmerick)
Baumann (?)
(aus: Mundart-Wettbewerb 2004 von BZ/SWR/MSG)

Uf em grüene Rase
Grase hundert Hase
No im alte Streu
Liege hundert Säu
Schtinkt eim in de Nase


I ha dii liieb, ii maag dii
(ängeli Bängeli)
(aus: Mundart-Wettbewerb 2004 von BZ/SWR/MSG)

i ha dii liieb !
worum ?
so froog doch nid so dumm !
i ha dii lieb, ii bliib derbii
so wie du nid bisch....
sottisch sii
gwiiss, gwiss , es maag jetzt komisch teene
i chennt mi sogar a dii gweehne

i ha dii liieb vo A bis Q
all's was i wot, das bisch nur duu

i maag din geischt , i maag diis wäse
i maag di mit und ohni bäse....

i maag dii nid wills moode isch
im maag dii uf und undrem tisch

i maag di ächt und rächt und lang
vom sunne uuf ...bis untergang

i maag dii wie kei andri frau
( und diini schwöschter mag i au)
i maag dii denn du bisch miis alles
nid nu im falle eines falles

i maag dii
stürmisch und im schtille
deheim, im wald und i de chille

i maag dii ohre, maag di auge
du chasch es siiloh oder glaube
ii maag dii naase , maag diis hoor
elai de liieb gott weiss,
s isch woahr
mit siner chraft und diim vermööge
wird diich sogar mii mueter möge....


Narbe
Bernhard
Goldschmidt
(aus: Mundart-Wettbewerb 2004 von BZ/SWR/MSG)

Narbe uf de Hudd un Narbe im Herze
vuzelle dr e Huffe vu dine eigene Schmerze.
Selli Narbe uf de Hudd, mache Schmerze wo vugehn,
doch selli Schmerze wo im Herze Narbe zruck lehn,
sin Schmerze wo s Läbe lang nimmi vugehn!


S Frihlingskonzert
(In Lohr durchs Johr)
(aus: Mundart-Wettbewerb 2004 von BZ/SWR/MSG)

Ähnlig alli mit e-nander :
Bloose’ schmett’re’, trummle’!
Kai Keife hersch, kai Grummle
schpielt d’ Schtadtkapell
d’r Sunneschiin –
gi-adewägs in d’ Herzer nin.

D’ Zehnt-schiir
in der Fuge’ schwingt
meta-morpho-sisch ’ss
im Schtadtpark singt.
D’r Flötehirt am Wasserrand,
schpitzt sinner Mund, hebt sinni Hand.

Ä frihlingsmäßig ’s
Dankescheen -
ihr Wibli, Männli, Alemanne !
Ich frei' mich
uf es Wiederseh'n !

Ei’m Musikus sin’ Mamme.

 

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