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Gedicht des Monats September 2007


Manfred Bosch: etz könnemer go doobliibe | Ida Preusch-Müller: Ewig im Kreis | Stefan Pflaum: De Filosof


etz könnemer go doobliibe
Manfred Bosch
(aus: Uf den Dag wart i)

sag bloß die hockt au no
ufem klo i sags jo
heiliger schdrohsack
isch des wider e komedie
des isch doch zum devulaufe

aber mit mir kenneders jo mache
do honder jo soen tschoole
wo alls mit sich mache losst
aber überlegets euch guet
wie weiters treibe wend

s kennt denn bald emool zschbot si
no sender mi bloß no vu hinne
no bini nemlich furt
no kenneder doobliibe
un seiche solanger wend


sell isch mir no egal

 


Ewig im Kreis
Ida Preusch-Müller
(aus: Alles Haimet isch dy Lied)

E Seel us Gottes ewiggroßem Ghaimnis schwebt
uf d Erden abe, suecht e Muetterschoß.
Zwai Mensche, ais in Liebi, schrankelos,
tüen sich dem Wunder uf.
E Mensch entstoht un lebt.

Er lebt in Unschuld, Fröhlichkait un Luscht,
in Müeih un Arbet, Liebi, Schuld un Not,
in Glück un Ängschte, in Verzicht un Gluscht,
in Zürne un Verzeihe bis an Tod.

E Mensch verlischt, vergoht.
Un d Muettererde nimmt
das, was vergänglich isch, in ihre Schoß.
Es schwebt e Seel, befreit vom Erdeloos,
bis si in Gottes ewiggroßem Ghaimnis stoht.
 


De Filosof
Stefan Pflaum
(aus: Wo isch d Sproch?)

Wenn de so hucksch,
wenn de so doo hucksch,
wenn de eifach so doo hucksch
un ins Läbe nii gucksch,
no kummsch ins Denke!
Deno denksch:
„Warum isch es äso un nit andersch,
warum schlage d Lit d Lit tot?
Warum liide d Lit Not?
Warum glaube d Lit nit an de gliche Gott?
Warum isch s nit äso, wie s doch si sott?
Warum isch es äso un nit andersch?“
Un in Gedanke wandersch
witter un witter.
Kummsch an ke End,
un am End,
wenn de mim Denke am End bisch,
stohsch uf,
stohsch eifach uf,
un losch es wie s isch!


 

 

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