Wolfgang Scheurer: Regesunndig |
Adrien Finck: Wenn i amol | Karl
Kurrus: S Erinnre
Regesunndig
Wolfgang Scheurer
(aus: Sunnestrahl)
Sit am froehje Sunndigmorge
Hängt dr Rege wien e Wand.
Lueg: Dört ene chroble d Sorge
Us de Ecke, gen sich d Hand;
Finde sich zuem erste Reige,
Wo in trüebe Tag dri zieht;
Un si singe, gar so eige,
Mitenander ihre Lied.
Immer enger wird des Tanze,
Wo si um mi umme düen;
Weger! Die hen schint s e ganze
Sack voll Zil, wo s ane müen.
Jetz vrwütsche si mi Denke,
wo no halber frei spazirt,
Un wenn s in e Ecke ränke:
Pass bloß uf; s isch gli passirt.
Zmitz dir ine in dä Trubel,
Wo sich um mi zsemmezieht,
Platzt dr Amsle ihre Jubel,
Ihre freudig Sunndigslied.
D Auge sueche in dem Schleier,
Wo vom Rege abehängt,
D Amsle uf em Baum. Un freier
Wird mr s Herz, vom Lied vrschenkt.
Sag, was het die Amsle gwunne,
Daß si son e Liedli singt?
Niene zrings e bitzli Sunne,
wo dur d Regewulche dringt!
Aber s Liecht im Vogelherze,
D Freud am Lebe: Dank dr, Gott!
Soll i große Mensch go bärze,
Numme, wil s hüt regne wott!?

Wenn i amol
(pour Camille Claus)
Adrien Finck
(aus: Langue de plaisir)
Wenn i amol so gscheit
wia dr Esel bi àm Barg
brüch i ke Büach un brüch i ke Brilla
i weiss wias zruck in d Heimet geht
Wenn i amol so gross
wia s Griggerla bi im Gràs
brüch i ke Leitera fir in dr Himmel
i glàib àns Ardaglick im Liad
Un wenn i amol so schwar
wia s Schwalmala in dr Luft
ma brücht mi nitt so tiaf z vergràwa
i bi scho gfloga furt un wit

S Erinnre
Karl Kurrus
Verzelle vu Täg,
wu scho lang, lang verbei;
vu bucklige Weg,
un vu Sorge um s Nei.
Drbi isch nit selte
froh Leichte im Gsicht,
e Blick, wu derf gelte,
e Wort voller Gwicht.
Mr hän is dr Zit gstellt
mit ehrligem Sinn,
sin nit üs dr Reih gschnellt,
no unrechtem Gwinn.
Un wenn i aü graü bin,
loß d Jährli vergoh!
Mr blibe, wia mr sin,
un s Erinnre macht froh!
