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Gedicht des Monats November 2009

Paul Sättele: MiiLueg i in Rhii
 


Paul Sättele (1884-1978), Professor und Dichter, Ehrenbürger der Gemeinde Istein

Mii
Paul Sättele

S git e Wörtli, sell heißt Mii!
S lacht eim a wie Edelwii,
s glänzt um ein wie Sunneschii,
s goht wie Betzitlüüten ii
o, sell heilig Wörtli Mii!

Mii isch s Läbe wo mer blüeiht,
mi isch d Räbe wo mer trüeiht,
mii dr heilig Geischt wo glüeiht
us em frohe Räbegmüeit
im e fraidig-ärnschde Lied.

Mii e Schätzli bruun un rot,
s Ching wo wie ne Blüete stoht.
Mii isch au dr liebi Gott,
wenn er heimli mit mer goht. -
Mii isch au nemol der Dod!

S git e Wörtli, sell heißt Mii!
O, sell heilig Wörtli Mii!


Lueg i in Rhii
Paul Sättele

Lueg i in Rhii, so lueg i ins Läbe,
Mensche, millione, triibe verbii.
Die eine, si duuche, die andere schwebe,
Menggi im Dunkle, menggi im Schii.

Des isch der e Griffe, isch der e Packe,
umenand Wirble wie glitschigi Wacke,
Würge, Verwürge ums Mii un ums Dii.
Isch der e Chämpfe, isch der e Wüehle,
Dose un Lärme, Wüeten un Brüele,
isch der e Jascht wie jäsige Wii.

Lueg i in Rhii, so lueg i ins Läbe,
Mensche, millione, triibe verbii.
Die eine, si duuche, die andere schwebe,
Menggi im Dunkle, menggi im Schii.
 

 

 

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