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Gertrud Albrecht: Veriiste Wasserfall | Hedwig
Salm: Wissi Chilche |
Emilie Kastel: D
Schepfung
Veriiste
Wasserfall
Gertrud
Albrecht
(aus:
Anneli)
E
Gfrischt, en iisigs het ehn bannt,
het
ehm die Stimme gno.
S
isch wohr, mir mangle so sii Bruusche
un
sii lebig Tose.
Un
eineweg, i chönnt verstuunt jetz allwil
vor
ehm stoh,
vor
sonem Gwülch vo gstifte Spitze
un
derhinter loose ...
Dört
hinter sellem wiße Vorhang,
Liechter
funkle dinn,
do
klingelet s un tönt s gar liebli,
s
goht e Gschpröchli umme
bal
lisli un bal hell, i denk
s
isch heimelig do inn,
do
dur findt s Gfrischt kei Lucke meh,
es
bringt s nit zuem Verstumme:
Mi
Wassertropfeglüt verborge
tief
im Felsegstei.
Isch
näume noh e Lut in dere
starre
Welt ringsumme?
Wie
s fallt un hallt - mii fründlig Gspiil,
i
hör di nit ällei -
Mii
Herz bringt au kei Iis un Schnee
zuem
Schwiige un Verstumme.

Wissi
Chilche
Hedwig
Salm
(aus:
Erlebter Hochschwarzwald)
Winterwald,
du wisse Chilche,
herzhaft
saisch du mir Gottwilche,
wenn
i dur di dure gang!
Vor
de Zwiige, ramftvoll schwere,
wie
vor Chanzle un Altäre,
gits
e Fiir vo hochem Rang.
Wie
mit Silben ohnigliiche
tuets
mer über d Seele striiche
as
e wohre Himmelstrost!
Was
der Blick nit cha durluege,
schlupft
wie Schnee dur fiinstie Fuege -
S
frogt si, wie me luegt un loost.
In
der Zit, der lute, chranke,
isch
der Gob vo obe z' danke,
wenn
s eim so in d Stille füehrt:
S
würd e Werbe un e Locke,
aß
me s Herz nit sott veerstocke
worem
WORT, wenn s eim a'rüehrt!

D Schepfung
Emilie
Kastel
(aus:
s Rosebaimli)
I
stand in dr Raewe un due beäge
um
mich rum d Imme un d Hummele fleäge.
Si
merge, daß wieder s Freäjohr isch kumme,
drum
deäns si so freidig un froh wieder brumme.
Küüm
luege d erschte Bleämli üssem Bode rüs,
süüge
sie scho dr Nektar üs dr Blieäte üs.
Si
kaenne kei Schtundewoch un au kei Schtreik
un
au kei Arbeitskampf un au kei Neid.
Si
brüche kei Lotse, kei Navigation
un
finde doch aenewaeg ihri Station.
Drum
soll's dr Mensch doch endlig bedaenke
was
uns d Natür noch taeglig duet schaenke.
Drum
laufe mit uffene Auge durchs Land.
O
wunderbari Schepfung vu Gottes Hand.

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