Wiltrud Pfunder:
Gedankesplitter
| Martin Wintermantel: Sunndig
| Philipp Brucker: Protest
Gedankesplitter
Wiltrud Pfunder
(aus: Wottsch an d Sunne muesch duur d Nacht)
Immer wieder neui Sprößli
Iifall voller Poesie
gümberig wie jungi Rössli
lebensfrohi Fantasie!
S Alder isch no voller Luune
d Lebensfraid grad wie nä Jaschd
un die diefe Lebensruune
sin ganz sicherlich kei Laschd.
Zwischeduure dunkli Schdunde
Kandig, dass es nur so chracht
dobii han ii uusegfunde
wottsch an d Sunne
muesch duur d Nacht!

Sunndig
Martin Winterhalter
(aus: So isches halt - s Láwe)
Rüeh
gnüe vum ránne
gnüe vum düe
Rüeh
keini Schranke
andri Gedanke
nit nur allzüe
Rüeh
entrinne
nooch inne
mir dir züe
Rüeh
nit marscheere
sich verleere-
korrigeere-
fehre
üs sich rüs düe
Rüeh
nit all zur Stell
hit Seel
vun inne láwe
noch inne stráwe
Freiheit bhalte
Fliigel entfalte
sich gstalte
pfundig
dár Sunndig

Protest
Philipp Brucker
(aus: Den Schwarzwald im Rücken)
Schön het r gredt.
Vun dr Heimet,
wo mr erhalte miän,
vun dr Wälder,
wo suufer sin sotte.
Vun dr Däler,
wo mr keini Stroße bruche
us Asphalt un Betong.
Schön het r gredt,
un alli hänn klatscht
un mit dr Köpf gwackelt,
un hänn d Heimet gsehn
so ganz ohni Dreck un Gstank.
Schön het r gredt.
Wissi Wölkli sin gschwumme
un dr blau Himmel het glacht.
Vögili hänn tiriliärt,
wo-ner so schön gredt het,
dr Präsident.
Kämpfe miän-er,
het r gsait.
Ringe un stritte,
dass nimmi s Blech un dr Chrom
selli Heimet verhunze,
in dere wo mr deheim sin.
Schön het r gredt,
un alli hänn klatscht
un briält
un hänn d Heimet gsehn,
still un im Glanz.
Drno hänn sich alli in d Autöli ghuckt,
hänn Gas gänn
un sin heimzue gschnauzt.
