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Gedicht des Monats Januar 2012


Alois Burger: S Johr ii - s Johr uus | Fritz Broßmer: Am Neijohr | Alban Spitz: Trurig


S Johr ii - s Johr uus
Alois Burger

S Johr ii - s Johr uus,
durch Ösch und Huus
im Reihum goht de Tag.
Bringt Soot und Ern,
Rege und Sunn
und Tanz und Dengelschlag.
Und bischt am Kehr,
no kunnscht au dra.
Und häscht de Kehr,
grief zue! -
Eim wünscht mr Glück am Hochsettag,
im andre d ewig Rueh.
Im Ring um gohts,
s Johr ii - s Johr uus.
Es Lebe stoht nit still.
Ein kunnt, ein goht. -
Ob allem stoht
de sell, wo'n es so will:
Er draiht am Rad
s Johr ii - s Johr uus
und goht durch Ösch und Huus.
Und eim zündt er si Liechtli aa,
im andre löscht er s uus.
 


Am Neijohr
Fritz Broßmer

Dr Pfarrer im Religionsunterricht
Erklärt sine Krabbe d' biblisch Gschicht,
vum Wihnachtstag, wu 's Chrischtkind kunnt,
Vum Alte un vum Neie Bund.
"Am Neijohrstag," het dr Herr Pfarrer gsait,
"Hänn d' Eltere 's Chrischtkind in Tempel nitreit;
Dr Simon het sich königlig gfreit. -
Jetz sage mr emol, was het'r au gsait?"
Do meint 's Fuchse Fritzli mit dr schtrublige Hoor:
"Hä, was wurd'r gsait ha? - Prost Neijohr!"
 


Trurig
Alban Spitz

Vernaglet mit de dickchste Bretter,
so göhnd mir Mensche doch dur s Läebe,
und euser gescheit-dumm Menschesträebe
s gilt numme dem: Wie hät me s netter!
Was hämmer doch für großi Schnöre,
so wüescht. Us eusem "schöne" Denkche
tüen mir jo nüt, as andri … chränkche
mit eusem raudige Plagöre.
Mer bete lut …, wenn s is grad nudlet,
sunscht isch is Gott e guete Kärli
- vergesse grad wie alti Märli -
denn eusi Seele sind versudlet.
 

 

 

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