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Gedicht des Monats Februar 2012


Carola Horstmann: De Basler Morgeschtreich | Ulrike Ebert: un won i no | Christa Heimann-Buß: De Niid


De Basler Morgeschtreich
Carola Horstmann
(aus: däsche us schnee)

Über d Bruck
un d Gasse dure
druckt e Wurm
sin gschwullene
Lib

D Hüüser
ziehn finschter
d Büüch ii
un de Rhii luegt
dass er furtkunnt

Bim vierte
Glockeschlag stecke
d Trummler un d Pfiifer
de Stadt
ihri Laternen uf

un uf ein Streich

verhext
bis ins letschti Glid
un verschleppt
vo schuurige Knecht
verkheit dä Wurm

derwiil s im Morge
gruust

 


un won i no
Ulrike Ebert
(aus: im handchehrum)

un won i no

an eme jänner
an sellem dunkle
sunntig am morge

an di ane schwätz

wird s näbelschööfli
e weng gschore

d sunne gückslet
zwüsche siinere wulle

zwinzlet e bizz
schneugig
in d zwirbelwiidi iine

vor em fenschter
zündet
tröpfliwiis tau

a jedem zwiigli
zwitzere

tropfe
akkerat drei
 


De Niid
Christa Heimann-Buß
(aus: Seelefäde)

Überall do hockt'er
wie e dunkle Quak,
in de Seele bockt'er
un vergällt de Tag.

Spinnt mit schwarzem Zwirn
alli Herze i,
nagt un frißt ins Hirn
Mißgunschtlöcher dri.

Au e Freudestund
macht em nie kei Spaß,
suecht er doch im Grund
Zwiitracht bloß un Haß.

Isch e Seele hell,
hell vom Glücklichsi,
streut er in dä Quell
Gift un Galle dri.

Wo'ner Bode findt
sait er Ärger us
un e menke, blind,
rißt gueti Pflänzli us.

Selle gäle Chaib
isch deno am Ziil,
macht sich dick un breit
un verdirbt gar viil.

Großi Herze haßt'er,
die gän ihm kei Raum.
Dört ins Leere faßt'er
un i ha e Traum:

Nit in Mißgunscht bärze,
alli Zwiitracht goht -
lutter großi Herze
sin im Niid si Tod!
 

 

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