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Alemannischi Dialektumfrage No. 1 |
Dankscheen vielmols fir s
Mitmache an de Alemannische Dialektumfrog No. 1.
D Froge sin folgendi gsi:
Frage 1
Bitte übersetzen Sie folgenden
Satz ins Alemannische:
"Die Letzten werden die Ersten sein."
(Schreiben Sie bitte möglichst lautgetreu! Wenn es
dabei einen Diphthong (Zwielaut) gibt, schreiben Sie
nicht "ie" sondern "iä".)
Frage 2
Und noch diesen Satz:
"Die jüngsten Mütter sind die mutigsten."
Frage 3
Welchem Ort im alemannischen Raum entspricht Ihr
Dialekt am meisten?
Bitte geben Sie hier den Ort an, wo Sie aufgewachsen
sind oder wo Sie sich die längste Zeit Ihres Lebens
aufgehalten haben.
Frage 4
Wie alt sind Sie?
Frage 5
Sind Sie weiblich oder männlich?
weiblich
männlich
Wer si Dialekt au no ins Spiel
bringe will, kann uf die Froge antworte (eifach
kopiere un in d Mail schriibe) un sie an
info@muettersproch-gsellschaft.de schicke.
Es sin
Antworte üs ganz Südbade un eini üsem Elsass kumme.
Des sin d
Antworte:
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Frage 1 |
Frage 2 |
Ort |
Alter |
Geschlecht |
| Di
Letschte werde di erschte si |
di jingschte mitter
sin die mutigschte |
Überlingen |
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Di Ledschde wäre di Erschde si |
Di jingschde Muedder
sin die mudigschde |
Oberwolfach |
50 |
m |
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di letschde wärde die erschde
sie |
die jüngschde
miedere sind die muedigschde |
Weil am
Rhein |
24 |
m |
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D Ledschde wäre d Erschde sen. (D Ledschde sen
widder e Mol vorne dran.) |
D jengschde Mieder sen
muedigschde.( D jengsche Mieder hen d meischd
Kurasch.) |
Lichtenau im nördl.
Hanauerland |
72 |
m |
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Di Letschtä wärde die Erschtä si |
Di jüngschte
Miädere sin d'muetigschte. |
Grenzach-Wyhlen |
28 |
m |
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D'ledschdä wärä d erschdä sii |
d jingschdä Miäderä
sin am muädigschdä |
Königschaffhausen - Kaiserstuhl |
59 |
m |
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Di Letschde wörret di Erschde sii |
Di jüngschde
Müettere sin di muetigschde |
Birkendorf im Südschwarzwald |
45 |
w |
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d'letschte werde d'erschde sii. |
d jüngschte müddre
sin d mutigschte |
Rheinfelden |
16 |
w |
|
D'Letze wäred die erschte sii. |
D'jüngschte Müettre
sin d'mutigschte. |
Ibach |
18 |
w |
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diä letschde wäre diä erschte si |
diä jingschte
muettere sin diä muetigschte |
Schallstadt Mengen |
43 |
w |
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dee wu z'letscht kumme wäre z'färderscht si |
dee
jüngste Meätere hänn d'meischt muet |
Breisgau |
75 |
m |
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di letschde werde di erschde si |
di jüngschde miädere
sind di diä wos userisse |
Wehr |
44 |
w |
|
D'Ledschdä wäre no d'Erschä si. |
D'jüngsch Müeder sin
om mudigschdä. |
Hausach |
18 |
m |
|
diä ledschde warä diä erschdä si |
diä jingschdä
Muätärä sin diä tapferschdä |
Vogtsburg |
|
m |
|
D'Letschte werre d'Erschde sii. |
D'jüngschde Miäder
sin d'mudigschde. |
Niederschopfheim |
23 |
w |
|
Di ledschde werde di erschde si |
Die jüngscht müdda
sin di muudigschde |
Freiburg |
39 |
m |
|
Di Hinderschde sin zmols zvorderscht |
|
Oberried |
55 |
w |
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Diä Ledschde wäre diä Ärschde sii. |
Diä jingschde
Miäda sin diä muedigschde. |
Holzhausen (heute March) |
50 |
w |
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d'Leschta warda d'Erschta
se |
d' jengschta Miatter
sen d'müatigschta |
Mülhausen (Mulhouse)
ELSASS |
62 |
m |
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D´Letschti werre diä Eerschti siin |
D´jingschdi
Miädere hänn am meischte Kuraasch |
Fessenbach
bei Offenburg |
70 |
m |
Geographisch veteilt sich des so:

Um was
ging es bei dieser Umfrage?
Folgende
Frage wurde an uns herangetragen:
Ist es
richtiges Alemannisch, wenn man sagt:
D
Letschte gehn heim.
Müsste es nicht korrekterweise
heißen:
Diä Letschte gehn heim.
oder doch wenigstens: Di Letschte gehn heim.
Es geht also um den
Pluralartikel, der wie im Hochdeutschen eigentlich
gleichlautend mit dem weiblichen Artikel Singular
ist.
So heißt es im Alemannischen wohl überall:
D Fraue hän immer recht.
und auch: D Frau het immer recht.
Das ist wohl überall so. Kommt
aber ein Adjektiv (Eigenschaftswort) ins Spiel, ist
das nicht mehr so. Dann kann der Pluralartikel
mancherorts abweichen. Es heißt dann, bspw. in
Freiamt:
Diä alte Fraue hän immer
recht.
Das ist aber nicht überall so.
Offensichtlich gibt es Regionen - wir vermuteten
hauptsächlich die Ortenau - wo man ebenso sagen
kann:
D alte Fraue hän immer
recht.
Die Umfrage sollte nun an den Tag
bringen, ob man darüber eine Aussage machen kann.
Folgendes kann man lt. oben
stehender Umfrageergebnissen feststellen:
-
Bei den
meisten Antworten überwiegt der Artikel in der
Form "di", "die" oder "diä". Geographisch sind
all diese Orte mehr im Süden und im Südosten
auszumachen ( Vogtsburg, Holzhausen, Freiburg,
Schallstadt, Weil, Wehr, Birkendorf,
Überlingen). Lediglich Oberwolfach fällt hier
aus der Reihe.
-
Die
Antworten mit "d" sind hauptsächlich nördlich zu
finden (Lichtenau, Hausach, Niederschopfheim).
Allerdings gibt es auch zwei Antworten aus dem
Süden, Rheinfelden und Ibach, die mit "d"
geantwortet haben. Liegt es daran, das diese
beiden Gewährspersonen 16 bzw. 18 Jahre alt
sind? Möglicherweise ist das ein Anzeichen für
einen Dialektwandel. Aber auch aus dem Elsass
erhalten wir eine Antwort mit "d". Allerdings
war es schon immer so, dass die Neuerungen im
Dialekt von Norden kamen und im Elsass viel
weiter in den Süden gedrungen waren als im
Badischen.
-
Einige
Antworten haben beides drin (Grenzach,
Königschaffhausen, Fessenbach). Vielleicht war
es Unaufmerksamkeit, vielleicht gibt es an
diesen Orten aber noch differenziertere Regeln,
denen man auf die Spur kommen sollte.
Die obigen
Antworten bieten noch eine Menge mehr an
Forschungsstoff:
-
Wie
verhält es sich mit dem "ü", "üe" bzw. "i", "iä"
in "Mütter"?
-
Oder wie
steht es mit dem alemannischen Wort "Muet" bzw.
die "muetigschte"?
-
Wo heißt
es "wärre" und wo "werde"?
Wer Lust hat, sich darüber
Gedanken zu machen und etwas zu schreiben, ist
eingeladen, an folgende E-Mail-Adresse zu schreiben:
info@muettersproch-gsellschaft.de .
Ich werde die Diskussion auf dieser Seite stellen
und somit der interessierten Öffentlichkeit bekannt
machen.
F. Scheer-Nahor