neui Büecher un CD, besproche im Heftli 3/4 2006
Winfried Bertsch: Des geht uf ke Kuehutt
Dr. Walter Hürster: Die
Weihnachtsgeschichte
Uli Führe: Ikarus
Fisherman's Fall: Heim
De Hämme: Lache isch d beschd Medizin
Des geht uf ke
Kuehutt
(Werder un Gschichtle in alemanischer Mundart von s
Schmiddhaase Winfried)
„Zur
Bewahrung der Mundart“ isch des Büechli gschriebe wore.
Ä wunderschöns Büechli. Un ä wichtigs oobedrii. Zeuge
mit demm Sproochschatz git s nämlig nimi arg lang. S
Schmiddhaase Winfried isch in Wirklikeit de Winfried
Bertsch. Warum, sell miener selwer lese. Uf de Sidde 12
wurd s expliziert. „Reim un Schbrech“ het de Autor
gsammelt. Un scheeni Gschiechtli gschriewe üwwer s
Handwerk, d Burerei un s Alldagsläwe so de Dag üwer.
De Moscht, D Milch un de Butter, De Bott,
Met em Zeggl underwajs, Palaver sin ä paar
Titel. De Mesner Fritz von Scherze, Minni
bescht Kueh un Muurersbosse sin Anekdote.
Soonigi, wie si mir ganz ähnlig au no denke. Zwische de
einzelne Kapitel iigschtreut Wörterverzeichnis’ wie zum
Bispiil Franzeesch im Huusgebruch, Villerlei
Litt, Litt un Huusnamme, Vornamme,
Liechdenauer Menge un Greeße, Gebabbl. Hinte
im Büechli isch noch ä Werderbuech mit 30 Sidde.
De Dialekt, wo’s
drum goht, isch de Dialekt vun Lichtenau am Rihn im
Hanauer Ländl. Also Hanauer Mundart. Im Vorwort schriibt
Frau Dr. Renate Schrambke: „Obwohl seit 100 Jahren immer
wieder totgesagt, wird der Dialekt in Lichtenau heute
noch gesprochen und ist die stärkste Bindung der
Lichtenauer an die Heimat.“ D eng Verbindung zum Elsass
friehjer, beruflich un familiär, erkläre de starke
Anteil vum französische Wortschatz. So Kuraasch
(Mut), Bottschamber (Nachthafe), Kassrol
(Kochtopf), Karess (Flirten) usw. Was stark
uffallt, isches e für i oder ü in
viile Werder. So fer (für), geweggelt
(gewickelt), esch (isch), gsen (gsin)
un gscheckt (gschickt). Ebeso s Usfalle vun
Konsonannte: Grovadder, Pfenni, Daa
(Tag). Au Forme wie zusammegedra
(zusammengetragen) oder dodzuschla (…schlage)
oder Wauwe (Wage) un Pflowiise
(Pflugschar) falle eim uf.
Ä richer
Wortschatz us verschiidene Handwerksberufe un de
Landwirtschaft isch feschtghalte. S Schmiide, Saumetzge,
Moscht mache, Brot bache un Dresche wurd alles so
Schritt für Schritt beschriiwe, dass i mi ganz in mini
Kinderzitt zruckversetzt fühl, wo n i des gnau so un nit
andersch erlebt hab in de Noochkriegszitt. Wenn de
Onkel, wo Schmid isch gsen, dengelt het, het’s gheiße:
„Arbeiten unter einer Mark sind zu bezahlen.“ Bim
Gardepfoschde-setze isch de Grovadder ganz akkurat gsen:
„Der Pfoschde „hänkt ä bissl schepp“, het r gmeint, wenn
r nit kerzegrad isch gsen. Souwhuzl, Soumärk,
Souwgrombeere, Soumauwe un Souwriis
(Schweinekäfig) findet mr als Wörter im Kapitel „Vom
Sowhuzl zum Speck“. Drawere (Trester) un
Stiiwerle (kleiner Rausch) im Kapitel „De Most“. In
„D Milch un de Budder“ stoht: „D Mannslitt sen uf de
Agger odder ins ‚Schaffe’, s Melge esch Wiiweärwet gsen.“
Sogar im Meschthuffe isch ä eiges Kapitel gwidmet.
Mescht esch nämlig „immer Manglwaar gsen, also fer d
Buure ä koschtbars Guet“.
Saje, setze,
gize, kepfe, dreggle un binde hen
seeli mien, wo im Duwak gschafft hen.
Au d Gschiechtli
un Anekdötli sen scheen verzellt un mr wott, ass no meh
devun dääde ufgschrewwe were! Au vun de Ufmachung her
macht des Büechli großi Freid. I wünsch em Autor, ass es
bis Wihhnaachte in alle Mundartbüecherregale stoht.
Stefan Pflaum
Winfried Bertsch
Des geht uf ke Kuehutt
Erhältlich bei: Winfried Bertsch, Kerlestr.3, D-77839
Lichtenau/Baden
Email: JW.Bertsch@t-online.de
Autorenpreis
15,- € / CD 5, - €

Die Weihnachtsgeschichte
Dr. Walter Hürster
Die het de
Walter Hürster - er stammt us Schmieheim bi Lohr im
Schwarzwald - uf Alemannisch in
Vers
noochverzehlt. Nooch ere Legende vum Manfred Eichhorn.
Un de Stefan Heß het die Gschiecht in sine Zeichnunge
dezue noochempfunde. S schneit, s isch kalt, goht durch
de Wald, an alte Buurehiiser vorbei un schun isch selli
welbewegendi Geburt vum Jesusbiebli z mittle do bi uns:
„S’isch dozumol in Nazareth passiert / im ä Dorf im
Schwarzwald drobe / wo de Wind pfifft, so ganz ungeniert
/ durch Feld und Wald, vor allem gege z’obe.“ Un s
menschelet d ganz Gschiecht dure. De Zimmermann jomeret;
d Zinse schtehn schlecht, d Zahlungsmoral vun de Litt
fier sini Schriinerärwete isch schläächt un er muss mit
de Maria uf Bethlehem, „damit dr Augustus au weiß, was
mr het un was nit, und wär’s au g’loge“. Au wo n em d
Maria beichtet het, si „sei userkore ….., dass Gottes
Sohn von ihr wurd gebore“, isch s em Josef nit ganz
geheur gsin und „do het er z’erscht a wengeli g’schluckt“.
Un so stapfe si denno los durch d kalte Winternäächt,
wie mr si halt do im Schwarzwald hen, finde nirgends nit
kei Bliibi meh, bis ene d Hirte helfe unterkumme un
letschtendlig s Jesusbiebli in eme Stall isch gebore
wore. Un „uff eimol wurd’s hell wie am Tag“ und ä Engel
erschiint, „wo eich frohe Botschaft bringt“.
„Ein Buch, das
sich besonders gut zum Vorlesen in der Familie oder zum
Vortragen im größeren Kreis eignet“, schreibt der Verlag
über das Buch. Mr könnt s au mit verteilte Rolle lese
oder s in de Art vun eme Hörspiel ufführe, het de Autor
vorgschlage. Jedefalls isches ä scheens Büechli für d
wiihnäächtlige Dääg!
Stefan Pflaum
Dr. Walter
Hürster / Stefan Heß
Die Weihnachtsgeschichte
Kaufmann Verlag
ISBN 3-7806-7246-4
€ 9,95

Ikarus - e CD vum Uli Führe
Aktuell: Die CD ist für den Preis der Deutschen
Schallplattenkritik 2007 nominiert! Herzlichen Glückwunsch!
Da
hat sich einer eingelassen aufs Hören. Aufs Zuhören.
Reinhören, Raushören. Ufs Loose. Nii-loose, Rus-loose.
Uli Führe ist in die Klanghöhlen von Gedichten von
Manfred Markus Jung hineingekrochen, hat sich dort eine
Unzahl von Klangwelten erschlossen, die ihm zu Musik
geronnen sind. Am Schluss hatten Text und Musik ein Kind
gezeugt, das zugleich Text und Musik geblieben war und
doch wieder etwas ganz Neues, anderes geworden. Welche
Rhythmen, Melodien, Klänge, Tonalitäten offenbart der
Text, welche versteckt er und der Hörer muss sie, im
wahrsten Sinne des Wortes, erst heraus - hören, fragt
der Musiker Uli Führe: Welche Musik wohnt im Text, wie
kann ich sie hörbar machen als Musik? Aber nicht den
Text vertonen, sondern aufschließen, entschlüsseln. Den
Text zu genau der Musik machen, die er ja eh schon in
sich trägt. Jedoch auch den Text selbst als Klangtext
sprechen. Dazu muss Uli Führe den Text zerlegen,
auseinanderpflücken, übereinander schichten, verschieben
und wieder zusammenbauen. Um so die lautlichen
Eigenschaften von Sätzen, Wörtern, Konsonanten und
Vokalen voll auszuschöpfen. Am Schluss sind Sprachebene
und Musikebene zu einer neuen Einheit verschmolzen. Uli
Führe ist es gelungen, die verschiedenen Ebenen der
Jungschen Texte herauszufiltern, durchsichtig,
durchhörig zu machen und so ein neues eigenständiges
Werk zu schaffen. Ein Werk, welches das Rätselhafte und
Schwebende in Jungs Texten deutlich macht, ohne es aber
durch bloße musikalische Interpretation aufzuheben. Der
Text wird zum musikalischen Material und die Musik zum
aufgeführten Text.
Führe schafft
das durch Tempoverschiebungen und Kontrastierungen,
durch parallele Stimmführung und Sprechhaltung.
Akkordgebilde, Tonreibungen, Kontrapunkte, Steigerungen,
Collagen und elektronische Effekte. Durch Übertreibung,
Untertreibung, Dehnung, Wiederholung, Flüstern, Röcheln
oder Staccato beim Sprechen. Verfremdung und Verzerrung.
Durch Ironie und Sarkasmus. Neben Führe selbst sprechen
übrigens die kongenialen M. M. Jung und Martin Schley.
Produziert hat Führe alles in seinem kleinen Heimstudio!
Mit Laptop, Logic-Programm, Keybord, Gambe und Gesang.
Mit seiner ganzen Erfahrung und seinem vielfältigen
musikalischen und technischen Können. Mit Neugierde,
Spieltrieb und Experimentierfreude. Kurz: In dieser CD
steckt der ganze Uli Führe. Für die Produktion sind nur
Schlagzeug und Oboe von außen dazugeholt.
Endlos sind Uli
Führes Ideen: Im Text „Schneckespur“ elektronische
Klänge, im Text „dicht“ Chöre im Hintergrund, für den
Text „die Schweiz“ eine Jodelgruppe als Kontrast zum
Wort Düsenjäger, Stimmensalat zum Text „star
light“, um den Übergang vom Fernseh-Glotzen zum Eindösen
spürbar zu machen, in „Ikarus“ eine Oboe, die sich wie
der tragische Held des Textes vogelgleich in immer
höheren Tönen der Sonne zu nähern scheint. Dann schmilzt
und schweigt.
„Ein auditiver
Kosmos“, sagt Uli Führe zu seiner Produktion, „ä Welt
zum Loose, Sprache als sinnstiftende und sinnliche
Hörlandschaft. Wenn i des schaff, haw i gwunne“.
Ich sag, de Uli
Führe het gwunne. Dankschön für denne Muet, d Mundart
neij erläwe z lehn un die Riese-Ärwet, wo hinter dere
großartige CD steckt. Ä Dankschön au d Sprecher M.M.
Jung un Martin Schley.
Stefan Pflaum
Uli Führe
Ikarus
Kontakt:
www.fuehre.de
07661/3030
16 Euro plus
Versand

„heim“ vun
fisherman’s fall
Die
Folk-Rocker mit em un um de Ralf Busch hen mit ihrer neu
CD „heim“ ä bsunders gueter Beitrag fir d‘alemannisch
Mundart- Rock- Szene gleischtet.
Wie im Titellied besunge
„Ich will heim, heim, heim zu mir“ sin sie uff em gute
Weg zu sich selber. Uff dere CD isch des, was d‘
Fischer- männer usmacht – selbergmachti Musik mit
witzige un hintersinnige Text vum Ralf Busch in
Kaiserstiehler Mundart – beschtens zammekumme. Des leit
aber b’stimmt nit nur do dran, dass die CD vum Kurt
Keinrath – des isch de Produzent vun de „ Erste
Allgemeine Verunsicherung – produziert wore isch. Mit
dene Text vum Ralf un die „Müsik“ vun Fisherman’s Fall –
nebe de übliche Rockmusik-Instrumente spiele die mit
Akkordeon, Drehleier, Mandoline unterstützt vun de
Martina Vetter mit Flöt un Gsang – dien die
Kaiserstiehler Mundartrocker ganz im Sinn vum Karl
Kurrus „S‘ Guet vum Alt b’halte – muetig s’Neue g’stalte
– Nit allem sich neige – s’Eige zeige“.
S‘ isch eifach orginell,
wie de Ralf des Thema „Fraue“ angeht. Ob in „Anuschka“,
„Nimm mich mit“ oder „Ich winsch dir nur’s allerbest“
s’wirkt nie kitschig oder trivial, wenn g’frogt wurd,
„warum, warum,warum ... sinn ihr Fraue nur so scheen“.
Mit dem Lied „Ich kumm“ isch au wieder ä Stückli dabi,
wu ganz b’stimmt wie schu „Schorli“, „Liebe vergeht,
Hektar besteht“ un „Süüra Wii un Mirabällä“ demnägscht
in de Festhalle und Straußwirtschafte am un um de
Kaiserstuhl vun de begeischterte AnhängerInne vun
Fisherman’s Fall mitgsunge wurd.
Die CD mit de Grafik „üss
dr Feder vum Volker Maas“ giht au optisch ebs her. Un es
isch z’hoffe, wie im beiglegte Textheftli vermerkt,
„nach’m Schorli – isch vor’m Schorli“ dass die
Fischermänner noch vieli Ufftritt un CD zum Beschte gehn.
Gero
Herr
Kontakt:
www.fishermansfall.de
Tel. 07642-1344
8,- Euro plus Versand

De HÄMME
Lache isch d’beschd Medizin!
badische Unterhaltung
Unter
sinem badische Kinstler-Name „De Hämme“ het de Trompeter
un Jazz-Musiker Helmut Dold mit sinere CD „Lache isch
d’beschd Medizin“ ä Mischung us gut g’machter Musik un
witzige Text in alemannischer Mundart rusbrocht. Mit dem
Projekt will er gueti „badische Unterhaltung“
präsentiere, wu luschdig isch un Spass macht. Mit sine
Cover-Versione un Eigekompositione, Gschichtli un Witz
im Dialekt us Lohr-Kubach het er des au ganz guet
nabrocht.
Was
aber ganz bsunders ufffallt, isch die professionelli
Musik - alles noch handg’macht – kei Computer-Musik!
Uff dere CD wirke vieli bekannti un renommierti Musiker
us de Gegend mit, wu in de Jazz un Blues-Szene ä Namme
hen. Un so isch es kei Wunder, dass Swing, Blues un
Dixie domminiere un au bi traditionelle Stickli wie de
„Hans im Schnoogeloch“ oder dem „Badnerlied“ rusz‘höre
sin. Die Arrangements vum Gerhard G. Hoffmann un die
Usführunge vun dene Profi-Musiker sin ä richtiger
Ohreschmaus.
Au
sprochlich wurd viel lokales un regionales us em
Badnerland gebodde. Des Gedicht vum Alfred Heizmann „Der
Badner als Solcher“ soll stellvertretend für die andri
luschdigi un witzigi Wortbeiträg vum „Hämme“ angführt
wäre.
Gero Herr
Kontakt:
www.helmut-dold.de
E-Mail:
Helmut.Dold@web.de
Handy: 0170-280 35 15
15,-
Euro plus Versand
