Neui Büecher
un CD's, besproche im Heftli 2009/1
Hermann Kramer, Alemannisches Wörterbuch
Esther Strube, Der gute Geist im Hintergrund
Traudel Kern, Vorne O un hinne Ach
Lörracher Liederbuch
Hans Matt-Willmatt, Witz und Schnitz vom Hochrhein und
vom Hotzenwald
Paul Güde, S Lebe halt - Zwische Herbst un Wihnachde
Hermann Kramer: Der Wortschatz
von Gutmadingen
Das
350 Seiten starke „Alemannische Wörterbuch“ des
Baardorfes Gutmadingen am Fuße des Wartenberg vermittelt
mit rund 2000 Wörtern, Redewendungen, kurzen Gedichten,
Sprüchen und Merkversen einen ausgezeichneten Überblick
nicht nur über den Wortschatz dieses Baardorfes, sondern
muss auch als repräsentativ für die Mundarten der
zentralen Baar gewertet werden. Den
Mitarbeitern des Heimatvereins Gutmadingen unter der
Federführung ihres Vorsitzenden Hermann Kramer ist es
gelungen, den heute noch gebräuchlichen, aber auch den
nur noch erinnerten Wortschatz aufzuzeichnen und zu
erklären.
Die
für die mundartliche Lautung verwendete literarische
Schreibweise bedarf zwar anfangs der Gewöhnung, sie
gibt jedoch die Qualitäts- und Quantitätsverhältnisse
der Gutmadinger Mundart genau wider. So wird z.B. die
schwer zu hörende Senkung des i vor r zu e
durchgängig richtig notiert, wie z.B. in Kerchĕ
„Kirche“ oder Berĕ „Birne“.
Das
Wörterverzeichnis enthält neben kurz gehaltenen
neuhochdeutschen Übersetzungen Wortartikel
zum
Landschaftsnamen Bŏŏr „Baar“ (53-54) und zum
Flussnamen Dunĕ „Donau“ (86), zu den für die
Ortsgeschichte wichtigen Gebäuden Bahhof
„Bahnhof“ (39), Bahwattshisli
„Bahnwärterhäuschen“ (40) oder Isĕhuus (160)
„Eisenhaus“ und volkskundliche Wortartikel zu Balme
„Palmen“ (41) oder barsche „um Neujahrsringe
würfeln“ (42). Zahlreiche Artikel beinhalten Gedicht-
und Sprucheinlagen auch Witze und Anekdoten, so z.B.
unter den Stichwörtern Bolizei „Polizei“ (52- 53)
oder Ziiting „Zeitung“ (341). Auch vergessene
Pflanzennamen und Tiernamen sind verzeichnet, z.B.
Ohrĕminsĕlĕ(r) „gemeiner Ohrwurm“ (229) oder Bŏmtropfĕ
„Giersch, Geißfuß“ (53) und Dunĕkruut (86)
„Donaukraut, Wasserhahnenfuß“. Weiterhin finden sich
alte Gerätenamen wie Flahsrifflĕ „Flachsrechen“
(241) oder Säch „das Pflugmesser“ (248). Am Ende
des Buches finden sich die Grund-, Ordnungs- und
Jahreszahlen, das Lebensalter, die Uhrzeit, die Monate
und Wochentage und schließlich noch die alten Hausnamen
von Gutmadingen.
So
ist dieses Wörterbuch eine Fundgrube, die auf
unterschiedliche Interessensanfragen antwortet. Es wäre
zu wünschen, dass auch in anderen Landschaften oder
Regionen solche kleinräumigen Wortschatzsammlungen
entstehen.
Dr.
Ewald Hall
Alemannisches Wörterbuch.
Hrsg. Heimatverein Gutmadingen.
2. korrigierte Auflage 2009
ISBN 978-3-936469-57-8
25,- €
Zu beziehen im Buchhandel oder bei:
Hermann Kramer, Geisingen
info@heimatverein-gutmadingen.de
Esther
Strube: Lokale Frauen-Geschichte ans Licht
Endlich ist es
da. Esther Strubes Buch über die bisher nicht
niedergeschriebene Geschichte der Frauen aus Furtwangen
und Umgebung, an dem sie schon seit einiger Zeit
gearbeitet und dessen Thema sie schon seit Jahren
beschäftigt hat, ist nun erhältlich. Vom Mittelalter,
über die Hexenverfolgung bis in die jüngere und jüngste
Vergangenheit reicht ihre mit vielen Quellen belegte
Studie zum Leben der Frauen, die allzuoft nur "als guter
Geist im Hintergrund" wahrgenommen wurden (werden?),
wenn sich überhaupt einer die Mühe machte, seinen Blick
in diese Richtung zu lenken. Sie beleuchtet auch das
Lebenswerk von Bürgersfrauen, die sich trauten in einer
männergeprägten Umwelt eigene Ideen zu verfolgen, sie
belegt mit Zahlen die Ungerechtigkeit in der Bezahlung
von Arbeiterfrauen verglichen mit ihren männlichen
Kollegen und sie beschreibt (unter vielem anderen) die
menschlichen Tragödien, die Frauen (und Männer) infolge
des 2. Weltkrieges erleiden mussten. Ein mutiges und
wichtiges Buch, das obendrein unterhaltsam ist.
fsn
Esther Strube
Der gute Geist im Hintergrund.
Geschichte und Alltag der Frauen im Oberen Bregtal von
1179 bis Ende des 20. Jh.
ISBN 978-3-86812-171-1
11,80 €
Zu beziehen im
Buchhandel oder bei der Autorin
EstherStrube@web.de
Traudel Kern: „Vorne O un hinne Ach“
Des muesch z erscht ämol naakriege: 14 Lieder schriebe
un alli nämlig guet! Traudel Kern us de „Palz“, jetz
wohnhaft in Missene bi Lohr, het s gschafft. Huet ab! Un
s macht ä Freud z erläbe, wie ebber ä Freud het an
sinere Mundart. "Ich bin ä Pälzern un ich kann ach
richtig pälzisch / un wenn ich’s babbel, klingt des
ziemlich brääd" singt d Traudel im Motz-Rock. Un
widdersch: "Wenn ich was zu schelte häbb, schelt ich in
meim Dialekt, / motz ich in de Muddersprooch, isch mer’s
leichter hinnenooch".
Do
hemmers: d Muddersprooch macht ere d Seel frei. Do isch
si dehäm. Un dehäm isch si bsunders in Offebach: "Do wu
ich herkumm babble d’Leit noch richtig brääd, / die Määd
kääft sich ä naies Klääd, du wääsch jetz sicher, was ich
mään". I bin mr sicher, des Lied Vorne O un hinne
Ach, des isch Offebach, het s Ziig zueneme
Mundart-Hit. Ä einzigi Liebeserklärung an d Hämet! No
goht s widdersch uf dere CD mit Leit vun heit und
Do muss mer durch. „Do muss mr durch, des
geht vorbei, do sacht mr sich, es kennt noch schlimmer
sei.“ Ä zweiter Hit!
Eingängige, authentische Texte über ihre pfälzische
Heimat schreibt Traudel Kern und schon die Titel sind
„griffig“. En Speelplatz isch kä Kinnerspeel und
Immer an de falsche Kass: Schon die Titel möchte
man singen, da ist Musik im Text. Die Musik zu jedem
ihrer 14 Stücke ist Traudel Kern und dem Text auf den
Leib geschrieben. Kein technisch-perfekter Sound-Mix,
wie man ihn so oft zu Gehör bekommt, sondern 14
individuelle Lieder, mit ihrem eigenen,
unverwechselbaren Charakter.
Ulrike Derndinger von der Badischen Zeitung schreibt
richtig vom „Widererkennungseffekt“, den die Texte haben
und von der „Freude“, sich in den Themen „wieder zu
finden“.
Neben der Natürlichkeit und Eingängigkeit der Texte
überzeugt die Musik. Swing, Country, Südamerikanische
Rhythmen, Valse, Volksliedhaftes und lyrisches Lied:
Michael Summ am Klavier, Wolfgang Fernow am Bass, Frank
Bockius (Schlagzeug), Michael Ehret (Schlagzeug,
Klarinette), Karin Fleck (Akkordeon), Uli Führe
(Gitarre, Geige, Mandoline), Judith Jähnert (Cello)
fahren ein reiches Arsenal an musikalischen
Stilelementen auf, von Uli Führe mit gewohnter, großer
Könnerschaft arrangiert und von Michael Summ makellos
gemischt. Und wenn dann da noch zwei Sängerinnen mit
ihren glasklaren Stimmen sind - Traudel Kern und Evelyn
Knochel (Lied 1+6) - dann muss dieser CD Erfolg
beschieden sein und Traudel Kern Erfolg als
Liedermacherin!
I
dääd nit grad sage: Durch Traudel Kern wird „Pälzisch
erscht schee“, aber uff jede Fall „noch viil scheener“!
Un
jetz viel Freud bim Höre vun Vorne O un hinne Ach
mit dem schöne Booklet vun Oliver Wernert un David
Hollstein.
Stefan Pflaum
Traudel Kern
Vorne O un hinne Ach (CD)
Pfälzer Chansons
15 € + Versandkosten
Zu
bestellen bei:
Traudel Kern
Telefon: 07824/663239
oder auf
www.traudel-kern.de
Lörracher Liederbuch
„Ein kleines Büchlein mit 15 Liedern in deutscher
Sprache. Es passt in jede (Hosen-) Tasche und kann mit
auf Reisen gehen“. Vun „Kein schöner Land“ bis „Un jetz
isch us“. Un wie schön gschtaltet! Jedi Sit ä klei’s
Kunschtwerk. Was ä Genuss des Liederbüechli
dureblättere! Des sott jedi un jeder allewiil bi sich
haa, ame schöne Plätzli naahocke, s Büechli uspacke un
mitenander singe! „Ä Chrömli für d Seel“! Ä Gschenkli
für d Seel also. Gmacht het s de Arbeitskreis „Lörracher
Liederbuch“: Helmut Bürgel, Anette Eckstein, Uli Führe,
Sabine Geerdes, Margret Henninger, Fraua Kruse-Zaiß, Dr.
Peter Kunze, Barbara Lindinger, Barbara Pachtner, Ina
Siemens, Klaus Wielsch, Erhard Zeh.
Stefan Pflaum
Lörracher Liederbuch
Das Beste zum Miteinandersingen.
Hrsg. von STIMMEN
3,- €
Zu
erhalten über:
Stimmen, Burghof Lörrach GmbH
www.burghof.com
"Witz
und Schnitz" neu herausgebracht
"Aus Anlass des 110. Geburtstages von Hans Matt-Willmatt
..." sind seine beiden Bücher Witz und Schnitz vom
Hotzenwald und die Sagen vom Hochrhein und
Hotzenwald neu herausgebracht worden. Das Buch wurde
um zahlreiche unveröffentlichte Geschichten ergänzt,
ebenso um sieben Gedichte, zwei Vertonungen, ein
„umfangreiches Orts- und Stoffverzeichnis sowie
bibliographische Hinweise“ und ein umfassendes Register.
Dazu kommt eine kurze Biographie, die der Sohn Hubert
Matt-Willmatt verfasste. Dabei wird klar, welch ein
bewegtes Leben der Autor gelebt hat mit gleich mehreren
biographischen Brüchen: Sieben Monate nach seiner Geburt
stirbt sein Vater, zwei Weltkriege - Flucht aus
russischer Gefangenschaft im Ersten Weltkrieg und im
Zweiten Weltkrieg ausgebombt in Freiburg, sowie
„gewaltige“ gesellschaftliche „Umwälzungen“. Halt gab
Hans Matt-Willmatt (1898-1978) in vielen Krisen die
alemannische Sprache, der Hotzenwälder Dialekt. Als
Kaufmann, Wachtmeister, Herbergsvater,
Bienensachverständiger, Jäger und Schriftsteller schlug
er sich durchs Leben und machte sich mit seinen
Humoresken und Anekdoten und als Liederdichter („ä Herz
voll Sunne un e Tröpfli Wii“) einen Namen. Und als
Verfasser von Ortschroniken.
„Es ist die Sehnsucht nach einer Idylle, die, wie er
wohl wusste, keine war, die ihn zum Schreiben gebracht
hat“, schreibt Thomas Lehner im ersten Vorwort und im
zweiten Vorwort bezeichnet Elmar Zimmermann den Autor
als „Meister der beschaulichen Idylle“, als „glänzenden
Humoristen“ und seine Werke als „eine zwinkernde
Liebeserklärung für seine Welt“.
Stefan Pflaum
Hans Matt-Willmatt
Witz und Schnitz vom Hochrhein und vom Hotzenwald
Sagen, Originale, Anekdoten
Schillinger-Verlag Freiburg
ISBN 978-3-89155-345-9
€ 19,95
Ebenfalls neu aufgelegt (18. Auflage) wurde:
Elisabeth Walter
Abenteuerliche Reise des kleinen Schmiedledick mit den
Zigeunern
Schillinger-Verlag Freiburg
ISBN 3-89155-323-4 /
ISBN 978-3-89155-323-7
€ 14,50
"S
Lebe halt" un "zwische Herbst un Wihnachde"
Des sin d Titel vun zwei CD’s, wo de Paul Güde, landuf,
landab bekannt als begnadeter Erzähler, uffgnumme het,
zamme mit sinem Sohn Andreas, wo die Texter mit de
Gitarr’ „sehr einfühlsam“ un mit „eigene Akzente“
unterlegt het. Wer kennt de Paul Güde nit vum
„literarische Betthupferle“ im SWR?
„Das Erzählen war mir nicht gerade in die Wiege gelegt“,
schriibt de Autor in sinem Exposé zue denne zwei
Tonschiibe, aber wemmer ne hört, nimmt mr em des nit
ganz ab, denn schu mit em erschte Ton holt eim de Paul
Güde mit sinere sonore Stimm’ un punktgnau gsetzte
Modulatione in d Welt vun sine Gschichte nii. Er het
welle de „Mikrokosmos“ vum Aspichhof, dem „uralte
Gutshof im Herze vun de Ortenau, zueneme Testament
zammefasse: Heiters, Truurigs, Poetischs un Alltäglichs.
Mensch un Tierli uff em Hof. Verruckti Gschichte, wohri
Gschichte. Do erläbsch dennoo d Schwalbe „mörtle,
brütle, Mucke fange“ . Un immer kummt’s humorig
dezwische: „D Schwälble dääde gern bade, aber d Katz!“
Fascht vierzig Johr het Paul Güde uf dem große Hof
gschafft. Viil au mit Behinderte, wo dert bi de Ärwet
mit Pflanze, Tiere un Kollege ä erfüllts Läbe hen könne
führe. Un unter de Leitung vum Paul Güde isches ne ganz
gwiss guet gange. „Wie viel Größe versteckt sich oft
hinter den behinderten Bewohnern des Hofes“, schriibt
Paul Güde selber und au vun de „Sparre“ vun de
„sogenannte Normale“. Un so verzellt r vum Guschtav „wo
nit alles könne will“, aber ä „phänomenals Gedächtnis“
ghet het un als „Pausefüller“ zue de Feschter in d
Noochbarschafte iiglade wore-n-isch. Vum Hanspeter, wo
im Kälberstall schafft, vu sellem polnische Erntehelfer,
Jurek, wo n em ä Päckli mit schöne Wiigläser gschickt
het, will r ämol ebbs verbockt het mit em Riesling im
Keller. Un was für ä Gschicht, selli mit dem Eber uss
Montbéliard, wo uff em Aspichhof nit lang het glücklich
grunze könne.
Nit weniger wunderfitzig mache selli Wihnachtsgschichte,
wo mr glii nooch em erschte Satz vum Erzähler iigfange
wurd un nit andersch kann un will, als wie alles bis zum
End aahöre. Wie selli mit em Alois „wo über alles ebbs
weiß un sich s Muul verrisst“ oder die herzig-truurig
Episod mit de Gäns Mimi un Mami. „Die zwei were nii
gmetzt!“, des isch für alli uff em Hof ä schtills
Abkomme gsin. Aber d Mimi het de Jagdhund gholt und d
Mami het sich n- ere andre Herd aagschlosse. Un des mit
em Esel „Lorle“, wo d Cognac-Bohne wegbutzt het, will mr
sich glii noch ä zweitsmol aahöre.
Wie gern au dääd mr mit em Paul Güde n-ämol ä
„Stallwiihnachte“ erläbe oder zue de große
Krippe-Usschtellung im Kloschter Erlebad wandere. Des
könne ihr: Mit denne zwei CD’s, wo ich euch vorgschtellt
hab, isches möglich. Un mit denne schöne Lieder, wo de
Paul Güde zue de Gitarr vun sinem Sohn singt, macht’s
grad doppelt so viil Freud.
Stefan Pflaum
Paul Güde
S’Lebe halt (CD)
Zwische Herbst und Wihnachde (CD)
pro CD 8 € + 2 € Porto
Zu
beziehen beim Autor:
e-Mail:
p.guede@web.de