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Badische Zeitung, 20. April 2009
 

Alemanne-Stüble eröffnet

E neui Heimet fürs Alemannisch

Monika Rombach

Das Alemannisch hat eine neue Bleibe gefunden: Im Heimatmuseum Hansmeyerhof in Buchenbach wurde ein Alemanne-Stüble mit vielen Informationen über die Muettersproch und Mundartliteratur eröffnet.

BUCHENBACH. "Der Heimatverein Buchenbach mit dem Heimatmuseum Hansmeyerhof hat mit Hilfe der Muettersproch-Gsellschaft und Studenten der Grafikschule Freiburg das "Alemanne-Stüble" gestaltet und eingerichtet, das jetzt eingeweiht wurde.

Foto: fsn
"Des sin zwei getrennti Verein, wo sich jeder mit viel Begeischterung un ehre-amtlich engagiert. Un jede Verein freut sich, wenn er neui Mitglieder findet, wo si Aaliege unterstütze…..", steht im "Atrag uf e doppleti Mitgliedschaft" zu lesen, wo dert ufs Uusfille wardet. Im Obergeschoss, über dem ehemaligen Stall, der zum Teil als Ausstellungsraum gestaltet wurde und wo dem Handwerk inzwischen mit einer Schusterstube gewidmet ist, lockt das Kleinod zur Besichtigung. "`s isch klai – un alli über 1,65 Meter sin echt gfährdet", mahnte Initiator Klaus Poppen, Alt-Präsi der Muettersproch-Gsellschaft und Initiator des Stüb-les, die geladenen Gäste vor der Führung.

Um "nit de Wirsching, Epfel oder Grind aazschlage", verordnete Bürgermeister Wendelin Drescher, Vorsitzender des Heimatvereines Hansmeyerhof, "Demutshaltung". Denn durch das Stüble zieht sich ein niederer Deckenbalken über die gesamte Raumlänge. Mit Demut vor der Muttersprache hatte Pfarrer Ansgar Kleinhans zuvor die Räumlichkeiten gesegnet.

Stolz führte der Alt-Präsi Klaus Poppen gruppenweise hindurch: " ’s isch klai – aber oho!", jenes "Mundart-Fenschter", das nicht Museum heißen soll, "Mundart ghört nit ins Museum, Mundart ghört gschwätzt!" Darüber waren sich Gastgeber und Gäste, darunter der amtierende Präsi, Franz Josef Winterhalter, Landesvorsitzender des Landesverbandes der Heimat- und Trachtenverbände, Gottfried Rohrer, und Sponsoren einig.

Die Gemeinschaftsleistung von Muettersproch-Gsellschaft, Heimetverein Hansmeyerhof und Studenten der Freiburger Grafikschule brachte das "Mundart-Fenschter" in viel Eigenleistung auf den Weg. Besucher entdecken dort zwei ganz spezielle "Mundartkompiuter", die private Mundartbibliothek Klaus Poppens, eine große alte Bücherkiste mit Dialektliteratur und viel Informationsmaterial.

"Jetz` nagle doch mol Mundart an "d Wand", war es Poppen einmal beim Einrichten des Stübles entfahren- auch das gelang den eifrigen handwerklichen Aktivisten um Arthur und Joachim Faller. Immerhin 36 der 45 Schautafeln der großen Freiburger Mundartausstellung in der Meckel-Halle stehen jetzt Wissbegierigen im Hansmeyerhof Rede und Antwort zur Heimetsproch. Es ist eine Sprache, die Kinder schlauer macht, das brachte die Pisa-Prüfung an den Tag: Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen belegten die ersten drei Plätze in Lesekompetenz und Textverständnis. "Dialektsprecher lernen früh, zwischen zwei Sprachebenen zu unterscheiden", folgerte der Deutsche Philologenverband, entsprechend der alten Weisheit, "Mehrsprachigkeit kommt der Intelligenz zugute!

" Führungen durch den Hansmeyerhof und das Alemanne-Stüble gibt es bis zu regelmäßigen Öffnungzeiten im Sommer derzeit nur nach telefonischer Vereinbarung, Telefon 07661/3965-40  

 




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