Das Vereinsheft -
Ausgabe 1/2 2008
“S Alemannisch-Usstellig-Heftli"
 

Wa dinne stoht:

Thema: Alemannisch-Usstellig
Neui Mitglieder
Us em Verein
Us de Gruppe
Wort-Schätzli

Blick über de Rhii
Mundart in de Medie
Mir denke no an sie
Des un sell
Priise un Ehrunge
Neui Büecher un CD
s Allerletscht

 

Auszug aus dem Thementeil:

Informationstafle vo de Alemannisch-Usstellig kammer do aluege

 

 


Mundart in de Medie

Gliiches Recht für Öpfel un Biire!

Mer sott nit Öpfel mit Biire vergliiche. Des han i denkt, wo n i de Artikel über de neuschti Gedichtband vom Markus Manfred Jung,„verfranslet dini flügel“ in de Badische Zittig gläse ha, uf de Kultursitte vom 11.4.2008. De Autor hät do e sehr glungeni Rezension gschribe. Mi hät des gfreut, dass do öbber alemannische Gedichter so ufrichtig schätzt – des kunnt nit eso hüffig vor uf de Kultursitte -  un des däno au mit Elan z Papir brocht hät. Di moderni alemannischi Lyrik goht eigeni Wäg, entwicklet e bsunderi Sprooch, un isch einewäg iibettet in d Herkumft, nit z trenne vo de alemannische Kindheit.

Was mer weniger gfallt in däm Artikel, sin die Gink in Richtung Muetterschpröchler gsi, un i mein, des hetts nit bruucht, um d Qualitäte vom e moderne Mundart-Lyriker bsunders z betone.

D Muetterschpröchler als „Heimattümler“: Mer derf bi allem nit vergässe, dass des genau die Lütt sin, wo hüt no alemannisch schwätze! Si erhalte unsere Dialekt am Läbe, viili vonene hän e großis Wüsse um alti Brüüch, e Schatz vo Gschichte, Märli un Sage uf Lager.

Bevor mer öbberem noochsait, dass er en „Heimt-Tümler“ sei, ewig geschtrig oder no schlimmer, sott mer sich ruehig verzelle lo, wie zum Bischpil die Aktion „Bi uns chame au alemannisch schwätze“ zschtand ko isch. Oder vo selere Demo vorem Rundfunk z Bade-Bade, vor öbbe 20 Johr. Die Gschicht isch nämlig sauglatt.

Aber selle Vergliich in däm Artikel –Rollmops versus Schluchsee - isch eifach numme schwach uf de Bruscht. 

S git e großi Vilfalt in de alemannische Literatur: s längt vom simple Blüemli- un Sternli-Gedicht (un au dört gits Qualität, aber natürlig au gnueg andris) bis zuenere moderne Form von em e Markus Jung. Un scho bin i wider bi de Öpfel un Biire….

Aber des isch no nit alles.

En Tag spöter, am 12.4.08,  isch sell Interwiew in de BZ ko, au uf de Kultursitte, mit em Klaus Poppen. E überdimensionales Bäpperli isch eim glii in d Auge gumpt: „Bi uns chame au alemannisch schwätze“. D Ulrike Derndinger - mer kennt si als e talentierti Dichtere usm Ortenaukreis, wo bi de Badische schafft - hät de Klaus Poppen gfrogt zue dere große Alemanne-Usschtellig in de Sparkasse an de Kajo z Friiburg. Ei Froog isch gsi, für wer die Uusschtellig gmacht worde n isch. Sini Antwort isch gsi:„Für die Alemannen. Die ganz normalen Leute, die beim Einkaufen sind. Wir haben die Ausstellung nicht gemacht für die Studenten und die Professoren“.

S isch no viels andris gsait worde in däm Interwiew. Aber i glaub, dass de Klaus Poppen do e bizzeli tiefgschtaplet hät. S git jo z.B. z Friiburg s Badische Wörterbuech an de Uni, wo an dere Usschtellig au verträtte isch; s isch lang gforscht worde un zämmetrage, was es über unseri schöni Sproch so alles git, un si sin no lang nit fertig dämit!

Mir, wo alemannisch schwätze, sin d Praktiker, di andere sin d Theoretiker. Mer bruuche enander. S sin nit di eine gschiit un di andere dumm. Des isch dumms Züg! Beidi wämmer s gliichi: de Dialekt feschthebe, bevor er verschwindet. Un dass er am Go isch, wüsse mer alli. „Nüt Verkrampfts“ – des sait au de Klaus Poppen – sott des aber si. Unseri schöni alemannischi Sprooch änderet sich in Gottsnamme, nit zletscht wege de Globalisierig: di Junge verliere de Dialekt. Mer ka s im Elsiss beobachte, wo de Dialekt hüt scho nümmi d Muetterschproch isch, sondern d Sprooch vo de Großmüettere un de Großvätter.

Also kei Angscht vor Rollmöps un andere enge Schublade: lön mer unseri eigene Schublade zue un freue mer uns, dass des Alemannischi läbt un immer wider uf so verschiedeni Wiis dichterisch wird.

Carola Horstmann


Wortschätzli

Die Bergnamen Kandel und Belchen

Zwei markante Berge im südlichen Schwarzwald, nämlich der Kandel (1241 m) und der Belchen (1414 m) tragen Namen, über deren Herkunft schon viele Vermutungen angestellt wurden. Besonders beim Belchen ist auffällig, dass der Name nicht nur im Schwarzwald, sondern auch in Hessen, im Elsass und in der Schweiz vorkommt. Im Elsass begegnen uns der Große (1424 m) und Kleine (1267 m) Belchen sowie der Elsässer Belchen (1247 m) und im Schweizer Jura der Schweizer Belchen, auch Belchenflue (1099 m) genannt. Die Belchen im Elsass werden auf französisch Grand Ballon, Petit Ballon und Ballon d'Alsace genannt. Die Lage der verschiedenen Belchen-Belege zueinander und ihre Beziehungen zu astronomischen Gegebenheiten (Sonnwendpunkte, Tag- und Nachtgleichen) haben in neuerer Zeit zu Theorien geführt, die die Berge als frühe Landmarken astronomischer Zeitbestimmung und keltische Kultplätze sehen wollen. Diese, teilweise ins Esoterische abgleitenden Theorien sollen jedoch hier nicht behandelt werden, sondern allein die sprachliche Seite dieser Namen.

Der Name des südöslich von Waldkirch gelegenen Berges Kandel ist für das Jahr 1111 erstmalig belegt: in monte Kanden, ad montem Channun. Belege mit dem heute typischen -el am Wortende tauchen erst im 16. Jahrhundert auf. Nach der heutigen Forschung geht der Name auf ein keltisches *Kandenos zurück, dies ist eine Ableitung mit -n-Suffix zu keltisch *kando- ‚weiß‘. Dieses keltische Wort geht seinerseits wieder auf eine indogermanische Wurzel (s)kand- ‚leuchten, glühen, hell‘ zurück, die auch in lat. candidus ‚weiß‘ ihre Fortsetzung findet. Die Benennung kommt wohl daher, dass der kahle und häufig schneebedeckte Berggipfel weit in die Ebene leuchtet. Ebenfalls auf kelt. *kand-, nur mit einer anderen Ableitung, geht auch der Name des Baches Kander und der Ortsname Kandern zurück.

Unser Belchen ist erstmalig im Jahre 1278 als der Belche belegt. Frühe Belege für den Namen des Großen Belchen liegen für die Jahre 817 und 824 in zwei Fälschungen des 12. Jahrhunderts vor, nämlich Peleus und Beleus, worin die Forschung antikisierende Schreibungen für Belcus  bzw. Belche sehen will. Für den Schweizer Belchen ist der Erstbeleg usque Belchin von 1145. Ältere Deutungen bringen diese Namen mit dem keltischen Sonnengott Belenos in Verbindung, indem sie die Berge als ehemalige Kultstätten für diese Gottheit ansehen, doch der Nachweis solcher Kultstätten ist an diesen Orten bisher nicht geleistet. Auch eine unmittelbare Herleitung von einer alemannischen Bezeichnung Belche ‚Blesshuhn‘ ist problematisch.

Heute geht man daher davon aus, dass der Name auf ein keltisches *Bel(a)kos, eine Bildung mit -k-Suffix zum keltischen Stamm *belo- ‚glänzend‘ zurückzuführen ist. Die Motivation der Bennnung dürfte dann der bei Kandel vergleichbar sein, nämlich ‚Berg mit kahler, leuchtender Kuppe‘. Grundlage des keltischen Stammes ist die indogermanische Wurzel *bhel- ‚glänzend, weiß‘, die natürlich auch im Namen des keltischen Sonnengottes Belenus steckt. Die Wurzel *bhel- setzt sich auch im Germanischen fort, z. B. in deutschen Wörtern wie blaß, Blesse, blecken, bleich, Blitz u. a. Und auch das oben genannte alemannische (heute nur noch in der Schweiz verwendete) Wort Belche ‚Blesshuhn‘, althochdeutsch belihha, gehört zu dieser Wurzel, unabhängig davon, ob man in Belche ‚Blesshuhn‘ nun ein germanisches Erbwort oder ein keltisches Reliktwort vor sich hat. Die obige Deutung wird dadurch abgestützt, dass es im südlichen Schwarzwald, der Baar und dem Markgräflerland weitere Berg-, Gewässer-, Orts- oder Flurnamen gibt, die auf die keltische Wurzel *belo- zurückzuführen sind, z. B. der Berg Behlen, der Bachname Böllenbach, die Ortsnamen Behla, Ober-, Niederböllen sowie nur historisch belegte Geländenamen wie Belnowa, Bellen. Die französischen Ballon-Namen sind nicht unmittelbar hierher zu stellen, sie haben ihre eigene Geschichte, die aber hier nicht verfolgt werden kann.

An den Namen Kandel und Belchen zeigt sich wieder einmal die interessante Sprachgeschichte unseres Gebietes, die in die Zeit vor der Besiedelung durch die Alemannen zurückreicht.

Mehr zu diesem Thema sowie weiterführende Literatur findet man in: Albrecht Greule: Etymologische Studien zu geographischen Namen in Europa. Regensburg 2007 (Regensburger Studien zur Namenforschung 2).

 

 

Turner-Denglisch

Do soll emol noch einer behaupte unser Turnverein wär unmodern un vun vorgeschtern. Mit sinne huusbackene Altmänner- un Fraue-Gymnaschtikkurse, mit sinne altmodische Prellball- un Gsundheitssportgruppe, mit sinne brave (Klein)Kinder- un Mudder-Kindkurse wär er quasi vun anne Duwak. Ja, vun wääge! Adje Huet!

Nimmsch emol de Vereinsflaier in d´Hand, siehsch glich, dass es do Ropeskipping git statt Seilhopse, un ix Forme vun sellene Aerobic-Arde: Joy-, Fit-, Fun- un Dance- Aerobic. Do riibsch d´r grad in de Auge un staunsch! Sit neischdem hänn sie jetzerd au e Kurs fir bummeligi Kinder. Awwer diä heiße hitzedag Powerkids. Wohrschiins wil diä bsunders viel Kraft un Muckis hänn....  Un de letschte Schrei isch selli „Body-Styling-Non-Stop-Power“-Grupp, wu sie jetz ganz nei ingfiihrt hänn. Wenn des nix isch!

Im Verein weiß m´r schiins, was d´hittig Zitt velangt. Un m´r isch allwiil uff-em Quiviv! Do spiirsch nix meh vun sellem aldbachene Turnvadder-Jahn-Rumgehampel. Selli klimmzugbsesseni, felgumschwungverruckti Deutsche Turnkunscht mit ihrem Armrisse, Fueßgeschlenker un Kniebeugefimmel isch endgildig vebei. Diä ditsch Turnbewegung mueß sich flott gähn, sich effne fir d´ganz Welt, mueß sich globalisiere! Furt mit dämm ganze alde Sockemief! Frischer Wind in unseri Hochleischtungsturnzentre!

Uff denne viele Fortbildungskurse vom Turnerbund kriäge unseri Übungsleiter un –inne allewiil diä neischti Entwicklunge mit. Un es wurd ´ne zeigt, wu hitzedag de Turnbarthli de Moscht holt un was d´ Turnstund gschlage het. Des kammer sähne, wenn de emol d´Turnziddung vom Badische Sportbund durchbläddersch.

Do wimmelts nur so vun neije Bewegungs- und Gymnaschtikdiszipline, vun neije Denkansätz un Methode: Im Juli-Heft isch d´Red vun MTV-Moves, vum Dance-Reggae-Feeling, vun moderne Workouts un fetzige Latin-House-Moves un Break Beats. Un de erfahrsch, dass sie im August 2007 in Frankfurt e „Aerobic & Dance Convention“ veranschtaldet hänn. Zu dämm Programm hänn gheert: „Aerobic/Step-und AerobicTrends, Dance, Fitness, Wellness, Pilates, Yoga, BodyMind, Aqua, Outdoor und Spinning“. Un was für uns Älderi bsunders indressant isch: Bi de „FIG-Aerobic-WM“ gitts im April 2008 in Ulm schun die 3. Ussgab vum „International Age Group Competition“. Hämmer do emend schu ebbis vehobasst?

Im Auguscht-Heft vum BTB wird dann iwwer e ganz wichtiger „BodyART-Kongress“ in Frankfurt berichtet, wu e ganz diffisils „Workout-Trainingsprogramm“ vorgschtellt wore-n-isch. Un do hets in verschiedene Workshops neiji Diszipline gähn wie „BodyARTäStretch“ und „BodyARTäStrength“. Un diä Teilnehmer hänn gleehrt, dass des japanische DO IN zue de Baustein vun selle „Workouts“ von BodyARTä  gheere däd. Des haw-i schu lang emol wisse welle. Endlig weiß-i s....

Awwer au d´Kinder miän sportwisseschaftlich uff de neischte Stand broocht werre. Selldrum wird im selbe Heft des Projekt „Kids in Action“ vorgstellt. Und do heißts, dass e rächti Kinderturnstund nooch-eme allgemeine „Kids Warm-Up“ am beschte e „Drumming“ odd´r e „Stomping-Rhythmusschulung“ anbiäde mueß. Und drnoo soll de „Spaß mit dem ABS-Powerball“ oddr au e „Jump for Fun“ mit-em Seil kumme. Un im letschte Teil vun de Kids-Stund solle sie midenander alli Geräde widder abbaue. Des wär awwer zu eifach, wämmer des so sage däd. Do mueß e zimftiger Fachbegriff her. Un drum heißt diä Schlussphas vun de Stund „Kids Cool Down“.

Un au de ganz alde Semeschter mueß uff d´moderni Sprüng gholfe werre.

Bim e Pilates-Trainingskurs fir Älderi sin „Arm Circles“, „Single Leg Circles“, „Bridging“ ganz wichtigi Programmpunkte gsiin. Des klingt doch echt schneidiger as wiä sell primidive ditsche Armkreise  odd´r Beinkreise un selli altmodischi Bruck vun unsere Großvädder.

Un im e Kursprogramm „Fit bis ins hohe Alter“ werre Übunge vorgschlage wie „Squat“ un „Steps“, „Trizeps-Push“ un „Cable Cross“ - au  „gerader und schräger Crunch“. Mit treudoofe Werter wie „Kniebeuge“, „Hockstellung“, „Bänderziehen“ oddrArmzug“ und „Rückenlage“ lockt m´r hitzedag ebbe kei allerdi Seniore meh in unseri Turnhalle.

Ja, m´r sieht: In denne moderne Zidde mueß alles wisseschaftlich erforscht un mit gscheide Begriffe ettiketiert werre. Es mueß flott un schmissig klinge. Un selldrum miäße au eifachi Sache mit englische Ussdrick uffpluschtert werre. Demit sie sich gued anheere. Vestehn brucht m´r sie jo eigentlig nimmi....

Ludwig Hillenbrand


Vum See an d See

De Kapitän vo de „Gorch Fock“ isch Alemanne

Wenn er schwätzt un mr ghört em ufmerksam zu, denn merkt mers:  Sin Tonfall hot ebbes warms, ebbes alemannisches halt - au wenn mrs uff me Schiff vu de Marine it vomute dät. Dehom mit sinnere Frau wird bloß alemannisch gschwätzt, d Kinder dätets vostoh, dätets aber it schwätze seet de Kapitän zur See Norbert Schatz. In Friburg isch er gebore und in Bodman am Bodesee isch er ufgwachse. Hüt lebt er i de Nähe vu Wilhelmshaven.

„I han früher immer so Entdeckerbüchli glese. Do isch wohl s Fernweh und d  Obeteierluscht herkumme“, denkt er zruck.

D  „Segelei“ hot  em immer Spaß gmacht, in sinnere Heimetgmond war er im Segelclub, und d  Möglichkeit zum Studiere, furt vu dehom, des wared viellicht d  Idee, wo nen zu de Marine brocht hond. Wo er au prompt agnomme worre isch. Er hot sich gfreit, dass er als Offizieranwärter mit em Segelschuelschiff „Gorch Fock“ hot fahre derfe.

Heit isch de Norbert Schatz de Kommandant ufm wohl berühmteschte Schiff vu de Marine, vu de „Gorch Fock“. Des isch des Segelschiff, wo früher ufm Zeh-Mark-Schie war. Mr seet, s sei onner vu de wichtigste Repräsentante im Usland. Alle Offizieranwärter vu de Marine fahred uf ere Usbildungsreis mit. Dirt hond se Unterricht und vor allem Borddienst. „De Unterricht der könntet mr jo iberall mache“, schmunzelt de Kommandant und seet dezu: „Wichtig isch, dass se sich dra gwöhnet, wies an Bord zugoht.“ Do dezu ghöret it bloß Wind und Welle, dezu ghört au, dass mr eng lebe muess und eigentlich niemols älonig si ka. „Sogar we mr ufs Klo goht, isch i de Kabine nebetra onner“, giet Schatz e Bispiel.

Alls, sogar s Segelsetze goht ufm knapp 90 Meter lange Schiff vu Hand. 2030 Quadratmeter Segelfläche hot d „Gorch Fock“, wo s Schiff bis zu 28 Kilometer i de Stund schnell mached. 43,5 Meter überm Wasser isch de höchsti Arbetsplatz, wo bi alle Wetterlage bedient werre muess. Und mindestens 80 Mann brucht s zum Segle. S Mitteldeck vum Schiff sei flach baut, seet de Kommandant und vozellt: „Wenn bi rauer See ab und zue en Brecher überkunnt, stoht d Mannschaft au scho mol bis zum Hals im Wasser!“ Zu de Ufgabe vum Kommandant ghörts, s Risiko immer guet ischätze z könne. „Mr ka em Sturm it uswiche, mr brucht halt en räte Wind zum  segle“, seet de Kapitän und mit em Wetter seis uf See wie dehom. Wettervorhersage könned au mol it ganz richtig si, so seis uff de Gorch Fock halt au. De Metreolog sei sin wichtigste Beroter und trotzdem ka sich emol ebbes ändere: „Denn stellt mr bim Uswiche halt us Versähe mol n Gschwindigkeitsrekord uf“, spielt Schatz uf d Reise us 2007 a. „Mr muess“, so seet er wieter, „au dra denke, dass mr immer mit 120 ‚Vollblutamateur‘ uslauft.“ Die meiste Lehrgangsteilnehmer sin „bi ihm“ zum erste Mol uf em Meer.

Dass en Kommandant en Süddeutsche sei, sei übrigens gar ninnt so bsunders, woß er. Me dät scho lang sage, dass die beste Seefahrer us em Binneland stammed. I sim Offiziers-Johrgang, in sinnere Crew, wie mr richtig seet, seied dertmols viel us em Süde gsi.

Er het aber au schnell Homweh kriet, giet Norbert Schatz zu und lacht: „Do hobbe hots domols ko ‚Rothaus‘ gäe...“  Und noch 12 Johr hei er eigentlich ufhöre welle. Hät aber au lang hin und her überlet, wie er seet. Uf de andere Siete heis m bi de Marine so guet gfalle und so viel Spaß gmacht.

Wo sie heitige Frau, e Bodmanere natürlich, zu em gseet hot, dass se mit em in Norde ging, isch d Entscheidung lichter gfalle. Mit sinnere Frau hät er richtig Glück ghet, isch Norbert Schatz stolz, vor allem weil se gut mit sim furt si klarkunnt. Je noch Johr hot er 160 bis 240 Seetag, letzscht Johr wared s sogar 270. „Des rechne i minnere Frau hoch a“, isch de Kapitän zur See stolz. Sinne Kinder hond sich guet dra gwöhnt. Au wenn s Ufwachse vu sine Kinder vu ihm in Sprüng gsene worre isch.

Am Bodesee isch er immer no regelmäßig. It bloß weil sinne Kinder dert Oma und Opa hond, sondern weil Summerferie am Bodesee immer no schee sind.

Uwe Zeitter

 

 

 

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