Das Vereinsheft -
Aktuelle Ausgabe 3/4 2008
“S Esse un Trinke-Heftli"
 

Wa dinne stoht:

Thema: Esse un Trinke
Neui Mitglieder
Us em Verein
Us de Gruppe
Mir gratuliere

Blick über de Rhii
Nachruef
Wort-Schätzli
Des un sell, z. B.:
     E Fraueschicksal
     Kennen Sie Elisabeth Baustlicher?
Neui Büecher un CD
s Allerletscht

 

   
Auszug aus dem Thementeil:

Bache wie frieiher

Ellimol tät mer gern d Ühre zruckdrille un nomol e Bsuech in de Kindheit mache. No kinnt mer wieder emol bi Arbete debi sii, wu frieiher zum Alldag ghert hen, un wu mer dertmols als s Normalscht vu de Welt agsehne het. Meischtens het mer erscht viel später feschtgstellt, dass des ebbis ganz Bsunders gsi isch. S Brotbache zum Bejspiel zellt do dezue, e Mordsgschäft, wu d Muetter z alle drei bis vier Woch iigricht het, wil noch dere Zitt immer alles rumpis un stumpis gesse gsi isch.

Aber bi sore Bacherei debi sii isch gar nit so eifach. Wer het hit noch Luscht uf die ganz Arbet vum Ofefire ibers Knette bis zum Üslaibe un in Ofe schieße, wu mer doch so eifach un schnell im Lade s Brot immer frisch kaüfe kann? Un aü wemmer de Gschmack grad vu dem einmalige Bürebrot schätzt un weiß, dass des Brot nit nach zwei Tag schu hert un trucke isch, kammer nit eifach loslege. Mer brücht halt immer noch e Bachofe, wu mer mit Holz fiire kann, un e Hüffe Geräte un Werkzig, wu dezue ghere. Aber vor allem sott mer wisse, wie s goht, un wie mer bejspielswiis iber e halbe Zentner Mehl Meischter wird.

Eini, wu des alles beherrscht, isch d Ursel Reinbold üs Freiamt. Sie bacht in ihrem Elterehüs, wu s noch e alte, ufgmürte Bachofe git, inere Bachkuchi, wu e Stick eweg stoht vum Hüs. Des isch friäiher e Vorsichtsmaßnahm gsi, wege de Brandgfohr.

D Ursel Reinbold het s Bache vun ihre Muetter glehrt un d Tradition all die Johr witergfiährt. Sie het nur ganz winig veänderet am Ablaüf vu dere Arbet. Die einzig Erlichterung, wu sie igfiährt het, isch d Knettmaschin. Sunscht isch alles Handarbeit un des goht ihre so flugs vu de Händ, dass mer menge kinnt, s isch e Kinderspiel.

Mer weiß jo, dass Brot e bstimmti Zitt zum Hebe brücht. Drum mueß die Bacherei aü vu langer Hand plant sii. Am Obe vorem Bachtag wird also d Hebi (Sauerteig) agsetzt. D Hebi isch de Rescht vum letschte Bache un wird grindlich üs de Knettmaschin un üs de Muelde rüsgschabt, in kleini Laibli gformt un nebenem Holzherd e paar Tag tricknet. Frieihjer het mer üs dere Mueldescharrete kleini Riiberli  gmacht un die ime liinene Säckli nebe de Herd ghängt. D Ursel Reinbold het aber die Feschtstellung gmacht, dass sich die truckene Laibli besser in Wasser ufleese wie d Riiberli.

Am nächschte Tag mueß deno zerscht emol de Bachofe agfiirt were. Wemmer am halber Zehni s Brot iischiäße will, sott mer am halber Siebeni do demit afange. Zwanzig großi Holzschiiter un ei Ofewelle kumme zue dem Zweck in de Ofe un were in Brand gsetzt. E Mordsfiir, wu do so vor sich hibrennt un de groß steiner Bachofebode un s Gwelb obe driber ordentlich ufheizt.

Am viertel Niini fangt d Ursel Reinbold deno a mit Knette. Zuem halbe Zentner Mehl kumme 20 Liter Flissigkeit (Wasser un Buttermilch), un Heffe un Salz kunnt aü no dezue. Guet e viertel Stund laüft d Knetmaschin, no fillt sie de Teig um in e großi Bachmuelde, wil sie do drüs d Teigsticker fir d Brotlaib besser miteme Holzbrett absteche kann. Ei Teigbolle nochem andere holt sie üs de Muelde, macht e handliche Laib drüs un setzt e uf e Dille. Des goht wie s Katzemache, im Nu sitze 33 Teigling, veteilt uf drei Bretter do, un warte ufs Bache.

 33 Teigling warte ufs Bache.

Jetz gohts an Bachofe. D Gliäte miän uf d Sitte gschobe were. Miteme lange Scharrer üs Holz wird die Arbet gmacht. Der Scharrer lit vorher inere Wanne mit Wasser, demit er nit afangt brenne, wenn er in Bachofe kunnt. D Gliäte uf d Sitte ziege isch Schwerschtarbeit, aber die Arbet wu deno kunnt, hets aü in sich. Miteme lange Besem üs Ramsewedel (Ramse heißt in Freiamt de Ginster), wu aü pätschnass üsem Wasser zoge wird, were die letschte Gluetrescht uf d Sitte gschweift. Jetz isch de Bachofebode fertig firs Brotiischiäße.

Schwerschtarbeit bim Gliäte uf  d Sitte schiäbe.

Die Bretter mit de Teigling were in d Bachkuchi trait. De Ofeschieber, e Brett miteme lange Stiel, wird ins Ofeloch glait un noch un noch were die ubachene Brotlaib uf de Schieber un deno in Ofe ni gsetzt. Jeder Laib wird vorher aber nomol gformt un kriegt zwei, drei Dätsch obedruf, dass es bim Bache keini so große Luftblodere inne drin gee sott. In guet zwanzig Minüte sin alli Brotlaib im Ofe. Jetz wird s Loch zue gmacht un hechschtens am Schieber obe d Hitz e wing reguliert.

Abmarsch in d Bachkuchi.

Jetz kammer emol ewing veschnüüfe un s z Niini nehme. Zue dem Zweck isch vorneweg e Zniinikueche bache wore, de Bode üs Brotteig mit eme Belag von sürem Rahm, Zibele un Speck.

De Zninikueche.

Nach ere halbe Stund luegt d Ursel Reinbold emol nachem Brot. Aber wie luege, wenns im Ofe finschter isch un s kei elektrisch Liecht het, wu niizindet? Ganz eifach, sie leit e Zittung uf d Gliäte un im Nu wirds heiter im Ofe. Jetz kann sie sehne, s isch noch nit recht brüün, s brücht noch e wing. Aber wenn nomol e Viertelstund rum isch, gohts an s Rüshole. Ei Laib nochem andere wird rüszoge, de Bode wird abbirschtet un die scheenschte Brotlaib liege nebenenander ufem Brett.

Friedel Scheer-Nahor

Ei Laib nebenem andere im Bachofe.

 

Frischbache Brot.

 

Brotbacken, Holzofenbrot, Holzofen, Bauernbrot, Backhaus, Brotlaib



Gumme, Gummenacker, Wildgumme …
zu einem alten Schwarzwälder Wort und Flurnamen

Wer im Schwarzwald wandert und dabei Wanderkarten zu Rate zieht, wird darin nicht selten auf Geländenamen stoßen, die Gumm, Gumme oder ähnlich lauten oder  auf Nmenzusammensetzungen wie Gummacker, Gummenwald, Gummmatte oder Hochgumme, Langgumm, Wildgumme u. a. Wer sich systematisch mit der Verbreitung dieser Namen befasst, wird feststellen, dass sie bei uns nur in einem relativ eng begrenzten Gebiet vorkommen. Sieht man von zwei nördlichen Streubelegen an der oberen Acher, nämlich in Sasbachwalden und Kappelrodeck ab, so konzentrieren sich diese Namen im Zartener Becken, dem Elztal und den angrenzenden Gebieten. Oft finden sich in einer Gemarkung sogar mehrere Namen diesen Typs.

 

Woher kommen diese Namen und wie ist das typische Verbreitungsbild zu erklären? Zur Deutung des Namens haben wir eine Hilfe, denn in einigen Orten des genannten Verbreitungsgebietes ist Gumme noch als Bezeichnung für "Mulde, Senke, Geländefalte" u. ä. belegt. Das Badische Wörterbuch, Bd. 2, S. 500, nennt als Belegorte St. Peter, Wildgutach, Gütenbach, Jostal. Oskar Furtwängler aus Gütenbach schreibt z. B. in seiner autobiographischen Erzählung "Die Uhrenmacher im Schwefeldobel" (gedruckt 1924), dass er zur Erforschung seiner Umgebung scho no in e bar Käpili âkærë, hinter e bâr Hürscht und etli Gumë hinteri gukë, au no ë wäng in de Hüserë umenand döwere müsse (S. 2). Und in Jostal sagte 1938 ein Bauer, dass bestimmte Gräser nur in so Gummene (Pl.) wachsen. Gumme ist also eine Geländebezeichnung und zwar für vertieftes, oft sumpfiges Gelände und wenn man sich die Lage von Gumme-Flurnamen im Gelände anschaut, wird man feststellen dass sie in der Regel auch in Senken liegen. Wort und Name sind bei uns schon alt, schon 1344 wird für Kirchzarten ein acker in der gummun genannt oder 1456 der Flurname Hochgumme für Ebnet. Außerhalb Badens ist Wort und Name sehr häufig in der Schweiz belegt, auch dort mit alten Belegen aus den Jahren 1354, 1514 (Schweizerisches Idiotikon 3, 290). Dort finden wir auch erste Hinweise auf die Herkunft, denn das Wort steht in Beziehung zu frz. combe ‚kleines Tal, Bergschlucht‘, das auch häufig in geographischen Namen auftaucht. Dieses combe wird von gallisch cumba ‚Mulde, Senke‘ abgeleitet. Lautgesetzlich können die Schwarzwälder Gummen ebenfalls hierhergestellt werden, denn der Wandel mb zu mm ist regulär (z. B. mhd. zimber, lamb > nhd. Zimmer, Lamm). Auch die Erweichung des Anlauts (k >g) und die Abschwächung des Auslauts (a>e) sind regulär.  Unser Wort und der dazugehörige Name kann also als ein keltisches Reliktwort angesehen werden, was bedeutete, dass sich gallorömische Bevölkerungsreste in den Schwarzwald zurückgezogen hätten und dort erst relativ spät Wort und Namen an die Alemannen weitergegeben hätten. Diese Deutung wird auch dadurch gestützt, dass sich gerade im Gebiet der Gummen weitere voralemannische Namen und Wörter wie z. B. Gschasi < casina, Gütsch < cucutium, Gott-, Guttel < gutta, Umbletz < ambilattium erhalten haben. Nicht unmittelbar zu unseren Gummen gehören die Wörter Gumpe ‚tiefe Stelle im Bach, Pferdeschwemme‘ und Kumpf ‚Wetzsteinbehälter‘, wobei jedoch nicht auszuschließen ist, dass vielleicht doch über sehr alte Sprachbeziehungen ein Zusammenhang herzustellen wäre. Wir sehen am Wort und der Verbreitung von Gumme, dass unsere Mundart wertvolle Indizien zur Sprach- und Besiedlungsgeschichte liefern kann.

Rudolf Post

 

E Fraueschicksal

D Gertrud isch usere Wiesetalgmei cho. I ha si bi guete Bekannte chennelehre dürfe. Si isch vo Chopf bis Fueß e Dame gsi. Au in ihrem achtzigschte Lebensjohrzehnt isch si flott azoge gsi. Nie het si über d Lüt unguet gschwätzt, un wie mänks het si bi ihre Mitmensche entschuldigt, was si bi sich nit entschuldigt hätt.

s isch eigeartig gsi, scho bim erschte Mol, wo mer is gseh hän, hämmer glii e guete Droht zuenander gha un bi dr zweite Begegnig hämmer scho "du" zueenander gsait.

Si isch as Flüchtling nonem 2. Weltchrieg usem Oste vo Dütschland cho. Ihre Ma isch, wie so viili, gfalle gsi un ihr einzig Chind, e Büebli, isch in de Chriegswirre verlore gange. Das muess mer sich emol vorstelle! E Chind wird eim vo dr Hand grisse, un mer siht s nie meh. Weli Muetter cha do nit mitfüehle? Do muesses eim jo s Herz abdrucke.

Wie mänki Afrog isch do ans Rot Chrüz gange, aber alli ohni Erfolg. Si isch nie do drüber wegcho.

Es het in sellere Zit mänk truurig Schicksal gee, un mer cha numme hoffe, asses so öbbis bi uns nümme git.

In sellere Zit, im Jänner 1945, isch Königsberg vo russische Truppe iigschlosse gsi, un so sin Hunderttausigi vo Flüchtling uf de Seeweg agwise gsi. D Chriegsmarine un d Frachtschiff hän Ziviliste un verwundeti Soldate no Dänemark un Nordwestdütschland transportiert. Bi dr Evakuierig hän d Fahrgastschiff bi jedere Fahrt so 10000 Mensche befördere chönne, aber d U-Boot vo dr Rote Flotte hän die Schiff verfolgt un agriffe. In dr Nacht vom 30. uf de 31. Jänner het dr Dampfer "Wilhelm Gustloff" e Torpedotreffer übercho, un vo 6000 Mensche sin numme 904 grettet worde. So isches witergange mit'm Versenke vo dene Flüchtlingsschiff: D "Goja" bi Rixhoft - 6500 Toti un d "Musketier" in dr westliche Ostsee - 800 Toti. So chönnt mer grad witermache mit Ufzelle. Bi mänkem Schiff het mer nit emol gwüsst, wieviil Mensche druf gsi sin. Mer cha sich s nit vorstelle, was do für e Durenander gherrscht het. Wie schnell isch do e Muetter vo ihrem Chind trennt gsi, un so het d Gertrud ihr Chind verlore.

Wo mir uns wider emol troffe hän, het si zue mir gsait: "Na Ingemaus, wie geht es dir?" Do hani zerscht müesse schlucke, denn Ingemaus het mer in miim Lebe numme eine gsait, un das isch mii Vatter gsi, wo im Chrieg gfalle isch. I bi dört erscht e halb Johr alt gsi. Er het für mii in siim letschte Brief e paar Ziile gschribe as hätt er gwüsst, ass er nümme heimchunnt. "An meine Ingemaus", het dä Brief agfange un i heben uf wie ne Schatz. Wegedem het s mi au so eigeartig berüehrt, wo mi d Gertrud so agsproche het. Wie ne Grueß us dr Ewigkeit het s mi dunkt!

D Gertrud isch scho e paar Jöhrli in dr andere Welt, aber vergesse hani si nit.

Vorigi Wuche isch mer ufem Märt ihri Nichte über de Weg gloffe un si het mer verzellt, ass si Nochricht vom Rote Chrüz übercho het. Dr Gertrud ihre Sohn lebt in Litaue un het dört Familie. Das het mi arg bewegt! Wenn si das no erlebt hätt!

Aber i glaub, ass si das scho weiß - dört "äne" wo si jetz isch.

Ingeborg Schütze


Kennen Sie Elisabeth Baustlicher?

Der Name Elisabeth Baustlicher wäre vermutlich längst vergessen, fänden sich in diesem Doppelporträt nicht ihr Abbild und ihr Name neben jenen von Johann Peter Hebel (1760 bis 1826), des großen alemannischen Mundartdichters, Theologen und Pädagogen.

Das wohl bekannteste Bild mit dem Motiv „Hebel und Vreneli“ dürfte das von Carl Joseph Aloys Agricola (1779 bis 1852)  im Basler Kirschgartenmuseum sein.

Es trägt am unteren Bildrand die ausführliche Beschreibung: „Elisabeth Baustlicher von Langendenzlingen, alt 19 Jahr. gez. den 29t November 1814 von Carl Agricola. J.P. Hebel von Basel. Alt 56 Jahr. gez. den 6t December 1814 in Karlsruhe, C.A.“

Die Beliebtheit des Bildmotivs „Hebel und Vreneli“ wird allein schon dadurch deutlich, dass verschiedene ähnliche, mit kleinen  Abweichungen versehene Vorlagen erschienen sind, so zum Beispiel bei Mansfeld & Co. in Wien (C. Agricola), bei Velten in Karlsruhe (T. Hurler) und Lemercier in Paris (S. Maier). Als Vorlage diente mit großer Wahrscheinlichkeit das im Basler Historischen Museum (Kirschgartenmuseum) zugängliche Bild.

Als Wilhelm Altwegg 1935 seine große Hebel-Biographie herausgab, wußte er nichts von diesem Bild. Dieses authentische und zeitgenössische Hebel-Porträt wurde erst nach dem 2. Weltkrieg wiederentdeckt. Das Historische Museum in Basel hat es 1953 erworben. Aus der genauen Datierung beider Bildnisse erfahren wir, dass das Bild der Elisabeth Baustlicher acht Tage vor dem Hebels entstanden ist. Beide Porträts sind auf einen Karton gemalt. Wäre dies nicht der Fall, dann wäre eine Fuge zwischen zwei aneinander gestoßenen Papierstücken zu sehen. Die Forschung geht heute davon aus, dass das Aquarellbild in getrennten Sitzungen entstanden ist. Über das Leben der Elisabeth Baustlicher, 1795 geboren, sind keine Aufzeichnungen bekannt.

Die Kirchenbücher von Langendenzlingen (heute: Denzlingen) klären nicht viel.

Robert Feger stellt in seinem Beitrag fest, dass das Bild im Kischgartenmuseum  als Hintergrund die St. Stephanskirche in Karlsruhe zeigt. Eine Kirche mit der Hebel  eigentlich nichts zu tun hatte; “seine” Kirche war die evangeliche Stadtkirche  am Marktplatz. Beide Kirchen wurden nach Plänen des Architekten Friedrich Weinbrenner (1766 bis 1826) geplant und gebaut. Die katholische Stephanskirche wurde im Jahr 1814 fertiggestellt, die evangeliche Stadtkirche wurde ein Jahr später vollendet. Die Darstellung von Agricola zeigt jedoch Bauteile, die nicht ausgeführt worden sind, so dass seine Zeichnung wohl nach einer Vorlage Weinbrenners gefertigt worden ist. Hebel war zu dieser Zeit Direktor des Karlsruher Gymnasiums.

In abgeänderten Vorlagen des Hebelbildes aus dem Kirschgartenmuseums erscheint nun im Bildhintergrund ein bewaldetes Flußtal, indem als einziges Gebäude eine Kirche zu sehen ist. Spätere Deutungen nehmen an, es könnte die evangeliche Kirche in Hausen im Wiesental sein, wofür es aber keine Argumente gibt. 

Ein  Charakteristikum des Wiesentales ist nicht zu erkennen. Elisabeth Baustlicher, sie trägt auf dem Bild die Tracht des Markgräflerlandes, deutet damit auf Hebels Verbundenheit mit seiner ländlichen Heimatregion hin, während die Stephanskirche auf sein städtisches Wirkungsfeld hinweist. Dass Hebel mit seiner linken Hand gestikuliert, macht deutlich, dass diese Darstellung als Vorlage für eine Druckgraphik gedacht war, die dann seitenrichtig erschien. Hebel hat Elisabeth Baustlicher weder gekannt noch überhaupt je gesehen. Das Basler Bildmotiv diente 1985 als Vorlage für die 80 Pfennig-Briefmarke der Deutschen Bundespost und ist damit auch eine bleibende Erinnerung an Johann Peter Hebel und sein schriftstellerisches Werk.

Elmar Vogt

 

Verwendete Literatur:

Feger, Robert, Ein wiederentdecktes Porträt Johann Peter Hebels, in:
      Das Markgräflerland – Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur, Heft 1/2 1979,   
      Seite 106 bis 116, Schopfheim 1979.

Wagner, Karl Helmut, Das Doppelbildnis Johann Peter Hebel und Elisabeth    
      Baustlicher, in: Das Markgräflerland – Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur,
      Heft 3/4 1979, Seite 289 bis 314, Schopfheim 1979.

 

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