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Preusch-Müller, Ida

Preusch-Müller, Ida



Biografie

Ida Preusch-Müller zum 125. Geburtstag

Im Huus vis-à-vis vu dr Chanderner „Schnecke“ chunnt am 16. April 1889 Ida Müller uf d Wält. D Eltere hänn us Mülle gstammt, wo dr Vadder zämme mit sim Brueder Alfred d “Markgräfler Nachrichten“ gründet het, bal aber uf Chander zoge isch, um dört e Druckerei z’gründe. Im Versuech, e eigeni Zittig „Die Kander“ use z’geh, isch kei Glück beschiede gsi, si isch schon noch e me Johre „iigschloofe“.

No wenige Johr verlegt dr Vadder si Gschäft in d Hauptstrooß. Dört wachst s Idale uff un verlebt e schöni Chinder- und Jugendzitt. D Druckerei, dr Buech- un Papier-Lade vu de Eltere, d Lütt us em Stedtli un d Markgrefler Umgäbig sinn genau so prägend für sie g’si, wie d Ferie bi de Müllemer Großeltere.

Anne 1920 hürotet sie de Lehrer Hans Preusch vu Chander stammend, aber z Welmlige ufgwachse, wo si Vadder Lehrer gsi isch. Noch sinere Usbildig un em Abschluss am Lehrerseminar z Karlsrueh het er z Chander wunschgemäß si erschti richtigi Astellig g’funde.

Wolfgang, der erscht Bueb, würd 1921 z Chander gebore, Rudolf, der zweit, chunnt 1927 z Gersbach uf d Wält. Noch ere Tätigkeit z Wiil würd Hans Preusch 1934 Rektor an ere Mannheimer Schuel. Dört stirbt e Johr spöter dr jüngeri Bueb an Diphterie, an sim 20. Geburtstag würd dr älteri, Wolfgang, e Opfer vum sinnlose Chrieg. Das sinn herbi Schicksalsschleg für dr Vadder, vor allem aber für d Mueder.

Noch em Chrieg und dr Gfangeschaft – ohni Astellig, well „belaschtet“ – schafft Hans Preusch als Helfer in dr Landwirtschaft z Niederwiler un d Ida Preusch goht als Näihjere in Müllemer Hüüser.

Dur e Namensverwächslig würd Hans Preusch als vermeintlicher Chriegs-verbrecher z Friberg interniert un in d Festig Metz verbrocht. Vu dört chunnt er schwer chrank heim. 1950 würd er wieder in de Schuldienst ufgno un griegt e stell z Obrigheim am Neckar, mueß sich aber e Johr spöter vorzittig in Ruehestand versetze lo und stirbt 1953 in e me Heidelberger Chrankehuus.

1957 chunnt d Ida Preusch wieder uff Mülle z’ruck. Scho z Obrigheim het si Sendige für d Süddeutsche Rundfunkt gmacht un viel Biiträg für d Zittschrift „Die Markgrafschaft“ vum Müllemer Helbelbund gschriebe; 100 han i zellt!

D Witwepension hett er es möglich g’macht – bscheide läbend, wie sie s g’wöhnt gsi isch – jetz sich ganz im Schriebe z widme. In Zittige und Zittschrifte sin Gschichte, vor allem Chanderner Erinnerige, erschiene, menggi in dr Biilag „Am Sonntag“ vu der „Badischen Zeitung“. So „Zwei Straßen meines Lebens“, „Geschichten aus der Nachbarschaft“ un „Geschichten aus einer kleinen Stadt“ di alli s Läbe vu ihre Chinder- un Jugendzitt z Chander läbändig werde lön un Chanderner Karaktere für immer fest halte.

Im Verlag Rombach z Friberg isch 1962 „Das Geheimnis der Tante Perkula – Erzählungen und Geschichten“ erschiene, a zweiti Ufflag 1964 un im gliche Johr au „Alles Haimet, isch dy Lied – Alemannische Gedichte“. Als „Märchentante“ liest sie in viele Schuele im Land Gschichte und Märchen. 1967 chunnt im Kolibri-Verlag z Wuppertal ihre Buech „Im Tierreich“ uuse.
S isch in Schriebschrift druckt und schön illustriert.

Am 20. Juli 1974 het si im elterliche Huus z Mülle iischlofe dürfe un e Grab uf em alte Friedhof dört g’funde. Zum 90. Geburtstag 1979 isch ans Huus in dr Hauptstrooß z Chander a schöni Keramik-Tafel cho, wo an sie erinneret.

Im Johr 2000 het ihri Nichte Gertrud Siegwald-Eckerlin vu Augge zwei chleini Biechli mit Sache von ere uusebrocht. Anne 2004 het Frau Helga Farnsworth z Chander in dr Stadtbücherei mit ere Usstellig an sie erinneret un au e schön gstaltigti Schrift vorgstellt. Dr Trachteverein Chander het dä Früehlig an si dänkt. Ida Preusch-Müller isch also nit vergesse!

Volker G. Scheer

Veröffentlichungen

Alles, Haimet, ich dy Lied, Alemannische Gedichte, Rombach, Freiburg 1962 und 1964

Das Geheimnis der Tante Perkula, Erzählungen, Rombach Freiburg, 1. Auflage 1962 und 2. erweitere Auflage1964

Im Tierreich, Texte in Schreibschrift, Ill. Wilfried Koch, Kolibri-Verlag Wuppertal 1967

Das goldene Schüsselchen – Märchen, Christian Frenzel, Neuenburg 1989

Wege durchs Leben – Hochdeutsche Gedichte, Hrg. G. Siegwald-Eckerlin, 2000

Der aint schwätz so, der ander so, Alemannische Gedichte, Hrg. G. Siegwald-Eckerlin, 2000

„Die Markgrafschaft“ 1949 – 1967, 100 Beiträge
Kandertäler Tagblatt 1925-1939
Badische Zeitung 1950 – 1963, auch in der Beilage „Am Sonntag“
„Das Markgräflerland“

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