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D’r gizig Ottel

Bäuerle, Richard
D’ Feuerwehr im Ort wird 100 Johr,
es stoht e großes Fescht bevor.
Doch d’ Vereinskass isch vergammelt,
drum wird vun Hüs zu Hüs jetz g’sammelt. 

D’r Frieder kummt mit sinre Büchs
zum Bader Ottel, doch der gibt nix
un sait: „Ich spendier nur ganz allein
in unserm Ort dem G’sangverein“. 

Do stoht d’r Frieder un wird ganz bleich,
er stottert: „Dü gi-gibsch nix, des isch e Saich.
He Ottel, wa-was sin des für Sache,
des goht doch nit, des kannsch nit mache“. 

Doch der blibt stur, nit ums Verrecke,
will er ebb’s in die Büchs ni stecke.
Am Frieder platzt jetzt doch d’r Krage,
duet stotterig zuem Ottel sage:
„Am liebschte dät ich dich verdresche,
als wenns bi dir mol brennt, noch lösche“. 

Er sait glich druff in voller Wuet,
un mueß grad nach de Wörter ringe:
„Wenns aber bi dir mol brenne duet,
dann soll d’r Gsangverein halt singe“.

Februar 2002


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