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Gedichte

Karfridigrätsche, zwei Stund z’früeh

August Vogel
Karfridig – vieri hät’s grad gschlage,
Do stoht em Wälderbur sin Bue
Dört in de Sakristei am Chaste
Macht’s Ministrantehemd grad zue. 

Do sait de ei, - wär’s doch scho siebni,
I ha so Schlof - und ha recht gnue.
Zwei Stund bin i do use kneuet,
Mi drucket d’ Füeß, - ha neui Schueh. 

Do cha mer helfe, - sait de Wälder,
Langt’s Kirchesteckli vu de Dür
Und schiebt ie kleine Uhrezeiger
Ganz ruhig um zwei Stunde vür. 

S schlat halbe fünfi uf de Kirche.
Isch dinn scho zwei Stund witer gsi.
Do chunt de Meßmer grad durch Düre
Und guckt uf d’ Sakristeiuhr hi.

Hä, - Dunnerküechli, - halbe siebni,
J mueß jo rätsche – uf de Durm
Rennt er und rätscht grad wie b’sesse,
Als wär im Dorf de wüedigst Sturm. 

Do rast de Pfarrer durch Düre inne
Und schreit wie wild de Kirchdurm nuf:
Sind ihr verruckt, - ’s isch halber fünfi,
Hört euri Rätscherei gli uf? 

Ganz zittrig kummt de Meßmer abe:
Herr Pfarr, ’s isch halbe siebni dinn,
Luegt uf si Uhr und fangt a z’ schimpfe,
Was chunt denn dere do in Sinn? 

Die hät mer eine ummedrüllet,
Isch’s ein vu dene Luser gsi?
Wenn mir die Chaib in d’ Finger laufed,
J glaub, den Siech, den mach i hi. 

Do isch em kein in d’ Finger chumme,
D’Ministrante sin zum Dürli us,
Sie hänt’s fast nümme halte chönne,
Jetz lachet sie sich duse us. 
Im Wälderbur sin Allerärgste
Sait: - Daß vu eu sich kein verdrätscht,
S isch d’ Hauptsach – sunst brucht’s niemand z’wisse,
De Meßmer hät zwei Stund z’früeh g’rätscht.

März 2002

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