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D’ Reichenau im Herbscht

Heizmann, Alfred
Wenn’s Herbscht ischt auf de Reichenau,
isch selte mol de Himmel blau;
schtattdessen hond mir täglich fascht
de Nebel do als Dauergascht.

Und d’ Sunne überm Fischerhaus
kunnt als erscht gege Mittag raus.
Im See wird langsam ’s Wasser knapp,
und d’ Bauere räumed d’ Felder ab.

Wohi de gucksch, an alle Ecke
schtaplet se Tomateschtecke.
Me holt au d’ Traube langsam rei,
glaub, des Johr gieht’s en guete Wei.

Ko Boot verschandlet jetzt de See,
die Jachte sind jetzt niene meh.
Die Insel zeigt sich i’ me Gwand,
wie es den wenigschten bekannt.

Schtatt Krach und Lärm hörsch Tag für Tag
jetzt wieder mol de Welleschlag,
siehscht d’ Schwäne schtill durchs Wasser gleite
un ab un zue paar Möwe schtreite,
hoch in de Luft en Enteschwarm.
Jetzt merkscht: die Reichenau hot Charme.
Jetzt sind die Auer unter sich
und d’ Schtimmung ischt fascht feierlich.
’s ischt die Zeit, wo mer schpüre ka’:
“Augia felix” – do ischt ebbes dra.

Oktober 2003


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