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Gedichte

Sperrmill

Bernauer, Ralf
Wenn du de Chrischtbom schmicke duesch,
du amel mol uf d’Bihni muesch,
no kräslischt uffi eins zwei drei,
scho stohsch du i de Sauerei.
Kischte, Käschte alti Schilder,
us Omas Schlofzimmer die Bilder,
ä Zoane un ä Oferohr,
än Botschamper, ä Wäschlavor,
ä aalt’s Aquarium ohni Fischli,
us de Fuffzger Johr ä Nieretischli,
aller Kruscht duet ummerugle,
bloß neanä findsch du Chrischtbomkugle.
Jetz hebt’s di oafach nimmi zämme,
du fluechsch un giescht ihm alli Nämme,
än Chrischtbom, frogsch di do, zu wa?
A sell Fescht gosch doch gar nit na.
Ä Fescht giets ersch i sellere Stund,
wenn wieder mol de Sperrmill kunnt!

Im März isch’s endlich dann sowiet,
es isch mol wieder Sperrmillziet.
Da ganzi Krom kunnt jetz uf d’Stroß,
jawoll, do bisch du gnadelos.
Kum häsch du uusigrummt der Dreck,
scho kunnt de Nochber grennt um’s Eck.
No schwätzt der stundelang, der Maa,
stoht all so a dim Huufe dra,
hählinge wirft ä Aug er druff,
uf’s mol goht ihm ä Liechtli uff.
„Sell Dischli dät, ech ka’s nit fasse,
wie gmachet uf min Balkon basse!“
No seisch du: „Nemmet Sie’s nu mit,
ech bruch der alti Plunder nit!“
Un wie der so des Dischli schnappt,
un mit ihm a si Huus zruckdappt,
fangsch langsam aa so z’iberlege,
s’ Gwisse duet sich langsam rege:
„Sell ander isch jo Firlefanz,
aber sell Dischli war jo no glick ganz.
Ech hätt’s vielliecht, so mue mer‘s senne,
im Schrebergäartli bruuche kenne.
Worum stell au ech Seckel bloß
der wunderscheeni Disch uf d’Stroß?“

Grad häsch de Ärger du vergesse,
ä Stindli noch em Obedesse,
trausch du kum no dine Ohre,
uf de Gass do duet’s rumore.
Finschteri Kärre fahret umme,
iberall hersch’s rucke, rumme.
Ä ganzi Nacht häsch fascht ko Rueh,
kriegsch welleweag ko Äugli zue.


Endlich dann am Morge druff,
stohscht ganz g’räderet du uff
gucksch uf d’ Stroß un kriegsch en Schreck:
Radibutz isch alles weg.

Drei Woche später frogt di d’Frau:
„Dätsch du mir no i’s Städtli gau?
Du kenntischt no fir’s Esse morge
zwei drei Sächili mir b’sorge.“
No gohscht ere halt die Sache kaufe,
un derno äweng iber de Flohmärt laufe.
Do haut’s di schier gar us de Socke:
Omas Eelbild – hundert Flocke!
De Mamme ihrini Bändelkappe,
koschtet glatt zwoa gräani Lappe,
dini aalte Playboyheftli,
mit allem machet die ä Gschäftli,
achtzeh Stutz, Mensch warsch du dumm,
koscht dei aalts Aquarium,
fir’s Wäschlavor no fufzeh Rubel,
Heideblitz, warsch du en Dubel!
Dezuena, es isch allerhand,
hät au din Nochber do en Stand,
Frech grinsend un genießerisch
verklepft der Siäch din Nieredisch!
Vu wege Balkon un Trara,
hundert Stutz will der jetz ha!

Neii Mebel kaufsch uf Bump,
wo vil meh wert isch dei aalt’s Glump,
do druckt’s dir schier die Träne nus,
du langsch in Sack, holsch ‘s Scheckbuech rus,
kaufsch zähneknirschend Stuck fir Stuck
der alti Plunder wieder zruck.

Im Wieb dehoam derfsch sell nit sage,
die gäng der jo mit Recht an Krage.
Drum schliechsch du hoam uf liese Sohle,
gosch i d’Garasch de Hänger hole,
in Karre ghuckt bisch du ruckzuck
wieder uf dem Flohmärt zruck,
ladsch uf der teuri Lumpekrom
un fiehrsch en schnellschtens wieder hoam,
verschoppescht alles i‘d Garasch,
dass d’Frau nit mitkriegt die Blamasch.
Un jetz muesch uf des Stindli waarte,
wenn sie bi’s Nochbers isch z’hogaarte.
No rumsch gschwind alles uf de Speicher,
un bisch um ä Erfahrung reicher:

Manch Schatz isch om erscht dann ebbs wert,
wenn ebber anderscht der begehrt!


Drum gib dim Schatz als mol en Schmatz,
denn au fir seller gilt der Satz!


 

Juni 2010


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