Gedichte

Die Kinder beim Weihnachtsbaum

Presser, Eduard
O, luged doch de Christbaum a,
Es flackerd tausig Liechtli dra,
Denn ’s Wiehnachtskindli ischt jetzt do,
Es ischt uff d’Erde nieder cho.

Was schimmert durch die heilig Nacht
De Wiehnachtsbaum i siner Pracht!
Es freut dabei sich groß un chli,
Wer wett denn do nit fröhlich si?

Die Kinder stöhnt am Wiehnachtstisch,
’s sin alli munter scho un frisch.
Doch ’s Büebli liet no ful im Bett,
Wie wenn er ewig schlofe wett.

Gang Mutter, gang und wecka gli,
Daß er mit üs cha fröhlich sie;
„O Büebli chum, es ischt jetzt Zit,
Chum her, wo’s schöne Sache git!“

Druf chummt er un riebt d’ Auge us,
Chum nu, ’s ist all’s scho wach im Hus,
Denn’s Wiehnachtskindli hät üs b’scheert,
E Gob kriegt Jedes, wa ihm g’hört.

Dem Vatter giet es noch sim G’schmack
E Päckli gute Rauchtubak,
Und, daß er ihn au raucha cha,
So muß er noch e Pfifli ha.

Und d’Mutter trinkt de Kaffee gern,
Jo des Johr lieber noch als fern,
Und drum ischt au an Sack Kaffee
Mit Kaffeemühle in de Näh.

Und für die Kinder güt es gar
Lebkucha, süßi Zuckerwaar,
Und wer recht brav ist, lieb und guet,
Der kriegt en ganze Zuckerhuet.

Doch liet no öbbis enna dra,
Es ist e Rueta, lug sie a,
Und wenn d’net brav bischt, böse Bua,
So haut die Ruata uff die zua.

He jo, de Bua, der fürcht si nit,
Du magst ihm dräue, wie du witt.
Er bliebt jo brav, wie andri sind,
Des schwört er hüt dem Christuskind.

Dezember 2002


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