Gedichte

De Fäschtakt

Fröhlich, Walter
Neilich hond se, wie sich’s ghert,
im fäschtlich gschmickte Saal
en Hochverdiente firchtig g’ehrt,
fir mi war’s weng ä Qual.

Schtucke siebe, acht hond gschwätzt,
und jeder grausig lang,
absichtlig hond’sen iberschätzt,
do denksch, schtand uf und gang!

Kasch oft it mache, wa de witt,
des hett saumäßig gschtört.
Du wosches, Mensch, des goht doch it,
bliibsch hocke, wie’s sich ghört.

Denn endlich war die Ehrerei,
zwei Schtund war scho weng vill,
zugueterletscht denn doch vorbei,
die Lobmaschii schtoht schtill.

Jedoch bevor de Zirkus aus
und weil mer’s halt so macht,
kiegt d Frau denn no en Bluemeschtrauß,
sie wird weng rot und lacht.

Etz schtoht mer rum und schwätzt mitnand
und kriegt ebbs geg de Durscht,
ä Mädle reicht mit sanfter Hand,
so Brötleszeigs mit Wurscht.

I hon uf Käs un Lachs rum kaut,
und s Mädle schenkt mer ei,
denn hon i mei Krawatt versaut,
des hett it möße sei.

Des Mädle hot so herzig guckt,
i schpür’s und wer weng rot,
do hon i mi ufs mol verschluckt,
Lachs war grad uf em Brot.

I glotz des Kind a, wie en Frosch,
hon denkt, du gfallsch mer halt.
Do keit de Lachs mir us de Gosch,
Maa, etz wirsch aber alt!

Des git mer denn scho weng en Knax,
kasch sage wa de witt,
entweder Mädle oder Lachs,
nu beides goht halt it.

In Zukunft woß i etz genau
und merk mir des au schwer:
mer guckt it noch‘ere schäne Frau
und frißt no näbeher!

April 2001

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