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Gedichte

Vom Schenke

Jung, Gerhard
(aus: E Flämmli glüeht)

Sell,
wo du andre uf Weihnachte schenksch,
sell sottsch eso schenke wie wenn däbii denksch:
I schenk s grad dem Chindli im Chripfli, im Stroh.
Wie d Hirte vo Bethlehem will i zuen em goh.

Un chan i s selber nit finde,
henussedenn jo,
no bschenk i halt andri
un mach selli froh,
aß si au e weng spüre
vo miinere Freud
über s Herrgotts-Chindli,
wil s zuen is will cho.

Mii Gschenk
isch mii Liebi,
s soll e Zeiche bloß sii,
e Zeiche für s Gern-ha
un s Guet-sii däbii;
e Zeiche, aß i alles
wott schenke un geh,
aß i nume di andre
au heiter cha seh.

Frog nit, ob im andre
e Gschenk schuldig bisch,
mit de Liebi go wuchere
bringt kei Sege an Tisch.
Frog nit, ob s dir nutzt
un ob au öbis kriegsch
suscht isch es kei Gschenk,
suscht lüegsch un betrüegsch
di selber un alli andre dämit.
Riich isch bloß selle,
wo freiwillig git,
freiwillig
im Chind z lieb vo Bethlehem,
will so ne Veschenke
no Hoffnige macht,
un sell isch de Sinn vo de heilige Nacht!
 

Dezember 2010

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